| | Rennberichte -> DAKAR 2013 8. Januar 9.Januar 10. Januar  | 10. Januar 10.01.2013 Dakar 2013 10. Januar
Für uns fangen nun wieder die erschwerten Bedingungen an. Wir sitzen in Calama/Chile und senden unsere Daten aus einem der vielen winzigen Internetcafe`s am Strassenrand. In Peru geht www-mässig fast garnichts, deshalb konnten wir bisher eine line des Veranstalters mitnutzen. Ab jetzt heisst es sich mit 4-12 kbUploadgeschwindigkeit herumplagen. Dafür sehen wir mehr vom Land als die anderen, wir wollen uns also nicht zu sehr beschweren…
Mehr sehen wir auch auf der Strecke, zum Beispiel, dass sich heute tatsächlich auch der ein oder andere Spitzenfahrer schwer tut. Carlos Sainz hat Probleme und ist komplett raus. Zwei der drei SMG Buggies stehen auf der Neutralisationsstrecke (100km Asphalt ohne Wertung) zwischen den beiden Etappenstücken mit Problemen am Rand. GuerlainChicherit dabei am Seil. Er plagt sich mit Problemen am Auto und in der Folge an sich selbst. Gestern versagt seine Servolenkung, heute sind deswegen beide Handgelenke bandagiert und er hat nach eigener Aussage böse Schmerzen. Chabot muss eine Antriebswelle notdürftig reparieren. Beide schaffen es aber zum zweiten Teil der Rennstrecke und platzieren sich als achte und neunte sogar unter die Top 10. Mathias Kahle wird 16. auf der stage und overall und schleicht sich in der Gesamtwertung so langsam an genau einen solchen Platz unter die ersten zehn heran. Die Etappe gewinnt Al Attiyah, er ist damit tatsaechlich der Nummer eins Konkurrent fuer Peterhansel und seinen Mini.
Eine die leidet, aber sich immer wieder durchkämpft ist Stephanie Manns. Seit vorgestern hat sich nur Böses abgespielt. Im weichen FechFech Sand versagt bei ihr die Kupplung. Als der T4 Fast Service Truck naht, hängt zu allem Übel aber schon einer ihrer Teamkollegen am Seil, auch er mit defekter Kupplung. Also kann sie sich nicht ins Ziel ziehen lassen, sondern muss gemeinsam mit ihrem Mitfahrer in der Wüste reparieren. Da stehen also ein Truck und zwei Buggies nachts im Sand und machen ihre Renner wieder flott. Gestern dann erreichen sie nach druchschraubter Nacht das Bivak um direkt wieder aufzubrechen. Der Zeitplan für die Teilnehmer ist eng gesteckt. Erschwerend kommt hinzu , dass seit heute nach chilenischer Zeit gefahren wird; es fehlen also auch noch zwei Stunden dringend benötigter Nachholschlaf. Heute dann das nächste Disaster. Drei Liter Öl verbraucht ihr Einsatzgerät allein auf der Liason zum Start. Ich bin sehr gespannt, ob wir Stephanie und ihren Co heute im Ziel sehen. Sie ist eine die niemals aufgibt, das steht fest. Aber wenn sich ein Übel an das andere reiht, ist halt irgendwann auch mal Schluss. Wäre schade, denn vom speed her, waren die beiden richtig gut drauf.
Gerade als man dachte, bei den Trucks zeichnet sich so langsam ein Zweikampf zwischen Iveco und Kamaz ab, fährt ein MAN unter die Top drei und auch Loprais, der gestern viel Zeit im Sand verbuddelt hat meldet sich auf seinem Tatra mit Platz vier zurück. Die ersten Elf trennen in der Gesamtwertung keine drei Stunden. Sechs Marken sind vertreten….was will das Trucker Herz mehr!
Die morgige Etappe hat zwar viele Kilometer (alleine im Service ist die Strecke mit 10 Stunden Fahrzeit kalkuliert) aber wenig in Wertung. 218 km Speciale hauptsächlich auf Schotterpisten sollten keine grösseren Probleme darstellen. Der Weg führt uns ganz nah an die Grenze zu Bolivien heran über einen 5.000 m hohen Andenpass nach Argentinien. Das wird ein langer Tag…und am Ende wartet, eine Megainternetverbindung. Man soll ja das hoffen nie aufgeben…
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 | 9.Januar 09.01.2013 Dakar 2013 9. Januar
Es geht relativ easy weiter für die Teilnehmer, trotzdem lichtet sich das Feld, was eigentlich erstaunlich ist, denn heute geht es nur über 136 respektive 172 Wertungskilometer für die Motorräder bzw den Rest.
Einer verbleibt im Rennen und macht damit die Zuschauer happy. Robby Gordon entschliesst sich zu bleiben und kämpft sich mit Platz drei zurück ins Hauptfeld. Stephan Schott`s Probleme vom gestrigen Tag, er war mit einem Getriebe und Kupplungsdefekt im FechFech Sand hängengeblieben, (Huhn oder Ei…was war zuerst da…), sind vollständig behoben, auch er mit prima Ergebnis im Ziel. Ein 25. Rang bedeutet eine gute Startposition am schwierigeren morgigen Tag. Derweil gibt es mit Nani Roma im Mini einen neuen Tagessieger zu vermelden, Teamkollege Peterhansel bleibt ihm jedoch dicht auf den Fersen und in der Gesamtwertung vorne. Der Typ findet einfach immer den richtigen speed um die Konkurrenz am Ende des Tages alt aussehen zu lassen. Dahinter die üblichen Verfolger. Ich denke mal, dass sich Morgen zum ersten Mal zeigen wird, wer hier bereits auf der letzten Rille kämpft und was riskiert und wer auch langfristig bei dieser Rallye vorne fahren kann. Matthias Kahle erleidet zwar am Schluss der Etappe einen Lüfterschaden bringt aber trotzdem einen 23. Platz ins Ziel. Er etabliert sich auf Position 17 Gesamt und das sorgt durchaus für gute Laune im SAM Mercedes Team, schliesslich ist es die erste Dakar des Protoypen von Teamchef Sven Knorr. Allerdings hat Kahle ein grosses Problem für die langen Etappen, er muss leicht Gas rausnehmen, da er seit gestern keinen sogenannten T4 Truck also einen schnellen Service, der im Rennen mitfährt, mehr hat. Behringer ist auf seinem MAN raus.
Bei den Trucks wird inzwischen richtig Gas gemacht. Die Kamaz lassen nichts mehr anbrennen und machen Jagd auf die bisher führenden Iveco. Heute ist der Sieger zwar wieder mal lindgrün, heisst aber nicht de Rooy sondern Stacey. Es wird gandenlos gebolzt da vorne, die Frontrunner legen ein unglaubliches Tempo vor. Mal schauen, wer dies am Ende auch durchhält. Einen den es erwischt ist Loprais auf Tatra, er buddelt sich 20 Kilometer vor dem Ziel fest und kommt nur als 62. An. Damit ist mein persönlicher Favorit wohl aus dem Rennen, denn abends ist er noch nicht im Bivak angekommen. Das sieht doch nach einem grösseren Schaden aus. Die italienischen Unimogs rund um Alex Caffi geben ein gutes Bild ab und kommen zuverlässig ins Ziel. Gestern rollt der T4 Truck des SMG Teams in den Händen von Marco Piano (der im übrigen auch der Teamchef des bisher erfolgreichsten Polaris Teams ist) und kann nur übers Dach aufgerichtet werden. Er verliert Sprit und muss auf dem Weg ins Ziel immer wieder Konkurrenten anhalten und um Diesel betteln. Er schafft es aber in den Morgenstunden. Sein Fahrer im Buggy ist inzwischen auf einem Megastarken 42 Gesamtrang und das mit einem 90 Ps Gerät. Ich sehe es mit Freude, denn genau einen solchen Polaris will ich im nächsten Jahr hier selber fahren!
Morgen gibt es eine zweigeteilte Etappe. Auf insgesamt 455 Kilometern gibt es in der Mitte eine 100 Kilometer lange Neutralisationsphase. Also immer noch nicht wirklich hart, aber da auch wieder 100 Kilometer Sand und Dünen dabei sind, darf man gespannt sein, inwiefern der Veranstalter diese Prüfung zum aussortieren des Feldes konzipiert hat.
ps: xxx an C.  Bericht komplett lesen |
 | 8. Januar 08.01.2013 Dakar 2013 8. Januar
Der vierte Tag auf der Dakar hat es in sich. Erstmalig setzen sich neue Namen an die Spitze der Ergebnisliste und zwei Favoriten verschwinden fast aus dem Sichtfeld.
Die Auto Kategorie gewinnt heute Nasser al Attiya, nicht wie ich gestern vermeldet habe, mit Co Timo Gottschalk an der Seite, der hatte nämlich für diese Dakar Ausgabe zu Carlos Sainz gewechselt, sondern mit seinem spanischen Kollegen und Ex Sainz Navigator. Dahinter sehen wir zum ersten Mal Guerlain Chicherit, der Franzose, der lange in Mini Diensten stand, bis er auf der Dakar 2010 sein Einsatzfahrzeug bei einer Probefahrt am Restday in einen Haufen Schrott verwandelt hat.
Er stand bisher total im Schatten seiner beiden Teamkollegen auf den SMG Buggies Chabon und Errandonea. Die alten Hasen hatte absolut die Nase vorn, aber heute bringt er das Potential seines Buggies auf die Erde und fährt fast einen stagewin ein. Nur 36 Sekunden trennen ihn im Ziel von Al Attiyah. Dabei muss man aber auch sagen, dass Chabot, im übrigen einer der grössten Mercedes Händler in Frankreich und auf dem Papier Gentlemandriver (in Wahrheit wahnsinnig präzise vorbereitet und seit vielen Jahren immer gut dabei) gestern einen kleinen Einschlag in die Dünen hatte und heute immer noch mit den Folgen kämpfe, nachdem ein vorderer Dämpfer bereits nach einem Kilometer den Dienst quittiert. Da sehen wir sicher noch einiges. Peterhansel sichert sich mit einem dritten Platz zwar die Gesamtführung, ist aber genauso unter Druck, wie Cyril Depres in der Moto Kategorie, der sich diversen Huaquarna , Hondas und Yamahas geschlagen geben muss.
Mit einem Paukenschlag verabschiedet sich Robby Gordon? Tja, ob er nun aufgibt oder nicht, weiss hier keiner so genau, er hat bereits zu Beginn der stage einen Megaüberschlag vornüber hinter einer Düne. Das tut weh, besonders dem Auto, denn selbst die Buggies, die mit ihren Riesenfederwegen fast alles möglich machen, verzeihen dann doch keine Megafehler. Robby läuft nach langer Reparatur als 93. ein und man vermisst ein wenig den olympischen Gedanken. Bei ihm gibt es nur Sekt oder Selters, deshalb müssen wir uns überraschen lassen, ob er Morgen am Start steht. Auch ein anderer Favorit hat einen schlechten Tag. Carlos Sainz verliert durch Motorprobleme und fällt weit zurück.
Trotz Buggy Siegen läuft es also nicht so schlecht für die Minis.
Von den Deutschen sehen wir wenig. Kahle überholt uns auf der Assistenzroute ins Bivak, das heisst er war ziemlich gut…effektiv Platz 16, aber die andern sehen wir nicht. Stephan Schott steht noch nicht auf den Listen, als wir abends spät ins Bivak kommen. Unsere kalkulierten 6 Stunden Fahrt enden bei 9,5, denn in den Serpentinen kriechen die Gurkenlasten und 10 Kilometer vor dem Bivak ist wegen hohem Zuschaueraufkommen Stillstand angesagt. Das nervt, deshalb können wir keine näheren Infos mehr einholen, denn um 22 Uhr wird hier gnadenlos die Internetline gekappt!
Bei den Trucks zeigt sich, dass die Kamaz endlich ihren Speed gefunden haben. Platz eins und zwei heute, heisst nunmehr zwei Kamaz unter den Top 4. De Rooy patzt und schon ist mein Geheimfavorit Loprais auf Tatra an der Spitze des Feldes. Das wird definitiv noch einiges passieren. Wie sagte ich zu Beginn der Rallye? Ich wage keine Prognose. Dabei bleibts. Alex Caffi der Ex Formel 1 Pilot, der sich auf einem Unimog versucht, ist inzwischen auf Platz 39 Gesamt vorgefahren. Respekt!, dabei kommen erst noch die Unimog Strecken, also die schwierigen Trails, auf denen Wendigkeit gefragt ist und nicht nur die pure power.
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 | 07.01.2013 Dakar 2013 7. Januar
Die Dakar geht weiter, wie sie begonnen hat. Als grosse Sandkastenspiele. Heute wieder eine Sand/Dünenetappe in ähnlicher Länge wie Gestern. Dass die Teilnehmer langsam mutiger und teilweise zu mutig werden sieht man im Bivak an herausgerissenen Achsen und diversen Beulen an Dächern, die von Überschlägen zeugen. Die Favoriten aber leisten sich keine Schnitzer und so heissen die heutigen Sieger al Attiyah und de Rooy bei den Autos und Trucks. Bei den Motos hat sich Cyril Depres tatsächlich wieder an die Gesamtspitze des Feldes gesetzt, dies aber durch reine Kontinuität, der Dauersieger ist unter Druck.
Wichtigste Frage des Tages war aber, was nun aus Carlos Sainz wird. Wir erinnern uns, nach einem Protest von Sainz wegen angeblicher Missfunktion seines GPS Systems gab es diverse Gegenproteste von Teams, die dem nicht so recht Glauben schenken wollten, schliesslich war die Navigation gestern einer der Knackpunkte und viele haben auf diese Art Zeit verloren. Sainz setzte sich durch eine späte Entscheidung gestern Abend sogar an die Gesamtspitze des Feldes, das führte natürlich zu Murren im Fahrerlager.
Heute dann die endgültige Entscheidung und die lief gegen Sainz. Der Matador, der auch heute noch noch nicht richtig in Schwung kam liegt nun wieder an Platz 5 Gesamt. Gar keine Schwierigkeiten dagegen auf der Beifahrerseite von Teamkollege AL Attiya. Timo Gottschalk navigiert routiniert, der Khatari leistet sich keinen Fehler und wird im Eigenbaubuggy mit dem Etappensieg und Platz zwei im Gesamtklassement belohnt. Dieses führt mal wieder Peterhansel an. Der Altmeister ist der einzige in der Minifraktion, dessen Leistung eine Bank ist und diese Konstanz spült ihn mal wieder an die Spitze des Feldes. Robby Gordon kommt endlich ohne Probleme durch und landet direkt auf dem zweiten Rang, wenn er irgendwann mal die ersten Tage ohne Probleme übersteht, wird er auch wieder ein Favorit auf den Gesamtsieg sein, sein Fahrstil zumindest ist immer noch der spektakulärste bei der Dakar.
Bei den deutschen gibt es auf und ab`s. Kahle bringt einen erfreulichen 19. nach Hause, auf Stephan Schott muss man im Bivak ein wenig warten. Der Privatier im Minilager hat sich schwerst eingebuddelt und verliert alleine durch eine Schaufelaktion eineinhalb Stunden. Im Bivak fragt man sich, was wohl die Kupplung noch so macht. Platz 68 für ihn sicher eine Enttäuschung aber wie die Dakar Welt so ist, knapp dahinter auf Position 79 freut sich Stephanie Manns über eine gelungene Stage. Ein deutlich besserer Start für sie als im vorigen Jahr und wenn ich mal eine Prognose abgeben darf, dann schafft sie es dieses Mal unter die ersten 40!
IN der Truck Kategorie macht de Rooy alle platt und lässt gar keine Diskussion aufkommen, wer hier der Platzhirsch ist. Nächster Stagewin für ihn und die Konkurrenz schaut bis jetzt in die Röhre. Allerdings scheinen die Kamaz aus dem Dornröschenschlaf erwacht und haben nunmehr mit Nikolaev zumindest ein heisses Eisen im Feuer. Er wird heute zweiter und gibt auf der Strecke deutlich mehr Gas als gestern. Irgendwie sieht es so aus, als ob sie im Russenlager gemerkt haben, dass man in diesem Jahr mit zurückhaltender Fahrweise nix reissen wird. Dahinter ein bunte Mischung aller Marken und auch Mathias Behringer der Fast Service von Matthias Kahle legt los und erreicht Position 12. Dafür, dass er manchmal vorsichtiger zu Werke gehen muss als die Prototypen die auf Sieg fahren, ein Megaergebnis.
Morgen warten ein paar nette Aufgaben auf die Teilnehmer, hohbe Dünen, sandige Wege und um noch ein bisschen Salz in die Suppe zu geben dazwischen steinige Passagen. Das freut die Buggy-Beifahrer, die dank Luftdruckregelsystem nicht aussteigen müssen und ärgert die Allradfraktion, die den ganzen Tag mit einem Luftdruck Kompromis überstehen müssen.
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 | 06.01.2013 Dakar 2013 6. Januar
Wie sich schon am ersten Tag zeigte ist das eine unglaublich gut besetzte Dakar. Bei den Motorrädern bekommt KTM erstmalig seit Jahren ernsthafte Konkurrenz. Honda bringt ein Werksteam an den Start, Yamaha sowieso und Husquarna ist ganz vorne dabei. Das wird schwer für die erfolgsverwöhnte KTM Speerspitze Depres.
Auch bei den Trucks ist die Competition hart wie selten. Heute allerdings wiederholt de Rooy auf Iveco zunächst einmal seinen gestrigen Etappensieg und setzt damit mehr als eine Duftmarke. Einzig Loprais auf dem neuaufgebauten Tatra kann folgen. Teamkollege Biasion auf dem Iveko Trakker liegt dagegen schon etwas zurück. Für mich heisst der Favorit trotzdem Loprais, denn wir beobachten die Trucks auf der Strecke und da zeigt sich, dass de Rooy absolut am Limit fährt, Loprais aber mit einer geradezu vorsichtigen Zurückhaltung agiert. Trotzdem trennt die beiden im Ziel nur eine Minute. Es sieht wohl so aus, dass de Rooy attackiert und Biasion und Stacey als Sicherheit hinterherfahren, aber wie gesagt, der Tatra sieht auf der Strecke richtig gut aus. Die Kamaz hingegen erscheinen als zahme Kätzchen. Können sie nicht oder wollen sie nicht ist die Frage. Die MAN sehen noch nicht richgtig Land und die Unimog liegen als Paket auf den Plätzen 30+. Wir werden sehen, immerhin sind erst 5% der Gesamtstrecke absolviert.
Auch bei den Autos ist die Konkurrenz riesig, ich möchte meinen so stark wie noch nie in Südamerika.
Das kommt natürlich auch wegen der neuen Einstufungen der verschiedenen Fahrzeug und Motorentypen. So sind im Vergleich zum Vorjahr die Buggies per Air Restrictor bevorteilt worden, die Benziner –Allradler benachteiligt. Wer das zu spüren bekommt, sind auch die favorisierten Minis, denn obwohl Peterhansel heute die stage gewinnt sind ihm gerade die Buggies im Nacken und der Altmeister muss alles geben um sie hinter sich zu halten. So sind die Top 10 eine fröhliche Mischung aus Minis, Toyota Hilux und den Buggies von SMG und aus Quatar. Dahinter findet man einen Great Wall in der Hand des Routiniers Carlos Sousa genauso wie andere. Robby Gordon schwächelt erneut, der absolute Publikumsliebling läuft auf Position 29 ein. Auch Matthias Kahle auf dem SAM Mercedes bleibt noch ein bisschen hinter seinen Erwartungen. Dreimal fährt sich die Crew fest und auch die sehr schwierige Navigation im offenen Gelände bereitet Schwierigkeiten. Teamchef Sven Knorr ist gelassen: „Unser Motto lautet: Jeden Tag reinkommen wenn die Sonne noch scheint und mit der Wiedervorbereitung fertig sein, wenn es noch dunkel ist, dann ist alles im grünen Bereich.“ Direkt hinter dem sechsfachen deutschen Meister fährt Stephan Schott der Privatier, der es auf einem aktuellen Mini auch noch ruhig angehen lässt. Nachdem ihn eine Begegnung mit einem Stein im Vorjahr bereits in der Anfangsphase weit zurückgeworfen hatte, sicher eine gute Taktik. Stephanie Manns, eine der wenigen Frauen im Feld, muss sich gestern wie ihre beiden Tamkollegen im Mc Rae Buggy mit einem defekten Sensor herumschlagen, der das Auto ins Motor-Notprogramm schaltet. Kein Vergnügen in den Dünen. Heute wird sie 83.
Grundsätzlich sind sich im Bivak alle einig. Ein Start der Dakar direkt mit Sandetappen wird dafür sorgen, dass das Feld ganz allgemein ruhiger wird. Der erste Stress ist vorbei und es gab noch keine grösseren Unfälle (okay, ein Wevers Auto trifft in den Dünen ein Organisationsauto, zum Nachteil des Orgafahrzeugs, ein anderer fährt einem Konkurrenten in den Dünen ins Heck wobei ein Beinbruch zu verzeichnen ist) aber alles in allem ist die erste Nervösität bei den meisten raus und das führt sicher dazu, dass es auf den Highspeed Etappen in Argentinien relaxter zugeht.
Morgen verlassen wir unser erstes Bivak Richtung Nasca und es bleibt weiter sandig.
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 | 05.01.2013 Dakar 2013 5. Januar ; 1. Etappe
Es wird eine hochklassige Dakar. Zwar gab es heute nur eine Mini Etappe von 13 Kilometern Sandfahren, aber der Eindruck, den man im Vorfeld gewinnen konnte hat sich in den Ergebnislisten bestätigt, das Feld ist eng zusammen und die fahrbaren Untersätze von höchster Qualität.
Das beginnt bei den Autos, wo es in diesem Jahr schwer ist, eindeutige Favoriten festzumachen und geht über die Trucks, die ein Wahnsinnsfeld aufbieten bis hin zu den kleineren Klassen, wie den sidebysideBuggies oder den Quads. Die Teams machen durchweg einen super Eindruck. Vorbei die Zeiten, als hier auch Teams antraten (vornehmlich aus Südamerika), denen man zwar den guten Willen anrechnen musste, die aber definitiv nicht gewusst zu haben schienen, auf was für ein Abenteuer sie sich eigentlich einlassen.
Auch den Bikern wird einiges abverlangt werden. Sie sind die einzigen, die die Tradition des Marathondays erleben dürfen. Zwei Tage racing hintereinander ohne Service. Mit anderen Worten, man nimmt Schlafsack und Werkzeug mit und repariert im Ernstfall selbst. Im Bivak sind die Motorradler alleine, den die Autos und LKW müssen nicht durch diese Tortur und nächtigen woanders. Ich persönlich fände es prima, wenn alle einen solchen Tag hätten, denn das wäre definitiv etwas um Privat und Werksteams ein wenig näher zusammen zu bringen.
Bei den heutigen Sandkastenspielen ging es in erster Linie um das Prestige und natürlich um die Startaufstellung für den ersten richtigen Renntag, aber trotz der Kürze der Strecke konnte man auch heute schon ordentlich Zeit im Wüstensand liegen lassen. Auf jeden Fall sah man direkt, wer unbedingt was zeigen wollte und wem es wohl wichtiger war, am nächsten Tag nicht als erster im Sand die Spuren zu legen. Trotzdem Gratulation an das neue Buggy Team der EX Dakar Sieger Carlos Sainz und Nasser Al Attiyah, denn die beiden tragen sich in der Tagesliste als erster und dritter ein. Dazwischen einer meiner Dauerfavoriten, der Argentinier Lucio Alvarez, der in den letzten drei Jahren immer in den Top 10 auftaucht, dem aber noch das durchbruchbringende Ergebnis unter den Top 3 fehlt. Erstaunlich zurückhaltend sind die Minis unterwegs und so sehen wir den Vorjahressieger Peterhansel nur auf Position 6, wobei die Minimannschaft es fertig bringt zu dritt zeitgleich ins Ziel zu kommen. Wirklich gut schlägt sich Adam Malysz, der Ex Skispringer aus Polen Dauergegner unseres Sven Hannawald. Ich habe ihn auf der Strecke gesehen und das sah sauschnell aus. Kompliment, das hätte ich nicht erwartet, aber wenn er diesen Stil hält, ist er zumindest ein Top 10 Kandidat. Er wird heute14. Aus deutscher Sicht gibt es nur vorsichtigen Grund zum jubeln. Kahle und Schott erreichen die Plätze 27 und 33. Wieder mal einen ziemlichen Totalreinfall am ersten Tag gibt es für Mitfavorit Robby Gordon. Lange hiess, es er würde garnicht an der Dakar teilnehmen, aber dann steht er doch mit seinem knatschroten Gummiboot am Start. Allerdings scheint es nicht sein Glückstag, denn er verliert 10 Minuten, als er sich in den Dünen festfährt und seinen Rückwärtsgang verliert. Dumm an der Geschichte ist, dass der Veranstalter ASO diese stage mit einem Koeffizienten belgt hat. Dieser Koeffizient ist „drei“ und so verliert er also schon am ersten Tag 30 Minuten auf die Konkurrenz. Sein Kollege im Geiste, der FanzoseVigouroux, auf einem amerikanischen Protruck unterwegs kommt ebenfalls noch nicht richtig in Schwung.
Aber wie erwähnt zeigt sich an den Zeiten, wie homogen das Feld in diesem Jahr scheint, denn nur drei Minuten trennen Sainz auf der Pole von Platz 60 und schon 47 Sekunden dahinter fährt der erste Polaris Buggy ins Ziel. (klar, alles mal drei). Das wird eine richtig spannende Dakar!
Bei der Trucks sieht es ähnlich aus, vorbei die Zeiten von Dauersiegern, hier muss jeder Fahrer und jede Marke jedes Jahr auf neue kämpfen. Und wie! Im Bivak sehen wir ausschliesslich wunderschön auf gebaute Renntrucks. Tatra, Daf, Man, Unimog, Iveco eine lange Liste von Siegeswilligen (insgesamt sind 75 Renntrucks am Start) macht sich an die erste Etappe. Auf dieser gibt es dann erstmal für alle eine kalte Dusche von Vorjahresgewinner de Rooy, er deklassiert genauso wie Neuteamkollege Hans Staceydie gesamte Konkurrenz. 41Sekunden liegen die beiden Iveco im Ziel vorne. Rein rechnerisch zwar völlig unbedeutend, istdieseine definitive Klatsche für alle, die ihn vom Thron stossen wollen. Die Mercedes Flaggen hält ein alter Bekannter hoch. Mit Platz 27 steht Johan Elfrink auf einem Axor in der Liste, der erste Unimog folgt auf Position 41.
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 | 04.01.2013 Die Dakar 2013 bricht mit einer Tradition und beginnt in diesem Jahr erstmalig nicht am 1. Januar, sondern lässt sich bis zum 5. Zeit um 457 Renn-Teilnehmer (insgesamt sind hier 3.000 Leute dabei, wenn man Mechaniker und Presse mitzählt) von Lima in Peru über Argentinien bis nach Santiago de Chile zu schicken.
Für mich heisst das nach neunmaligen Silversterparties in unterschiedlichsten Grosstädten in Europa und Südamerika endlich mal wieder zu Hause zu feiern. Tatsächlich hat sich in meiner Heimat Monaco und Frankreich in der Zwischenzeit einiges geändert, ohne dass ich das mitbekommen habe. In beiden Ländern ist Feuerwerk verboten! Ich fass es nicht!
In Peru zum Start der Dakar herrscht dagegen einmütig Feierstimmung. Wir reisen am 2. an, um alle Formalitäten wie Papier und Technische Abnahme für unser Presseauto, einen Mercedes G, zu absolvieren. Ausserdem haben wir noch einen Termin bei Divemotor dem offiziellen Mercedes Importeur in Lima, um noch eine dakartaugliche Dachreeling verpasst zu bekommen. Immerhin wollen wir das zweite Ersatzrad, Benzinkanister (macht Sinn, da in der Gegend um Fiamballa manchmal über 800km kein Sprit zu kriegen ist. Oftmals sind die Tankstellen einfach leergetankt) Sandbleche, Schaufel etc. auf`s Dach packen, um im Innenraum mehr Platz zu haben. Okay, der Mann bei der Organisation, der für das Entladen der Fahrzeuge von der Fähre zuständig ist, meinte, wir wären ja wohl mit dem luxuriösesten Dakarauto überhaupt unterwegs….aber es geht eben immer auch noch ein bisschen besser…
Bei Divemotor wurden die neuen Geschäftsräume erst vor zwei Wochen eröffnet. Hochmodern das Ganze. Gestern war bereits Robby Gordon hier um etwas an seinem Frightliner reparieren zu lassen und heute stehen M und GL Assistenzfahrzeuge eines italienischen Unimogteams zur Vorbereitung hier. Mitten in diesen Arbeiten kommt einer der Mitarbeiter in die Halle und hat einen zahmen Falken auf dem Arm, den er immer mal wieder fliegen lässt. Kann man sich in einer deutschen Markenwerkstatt irgendwie nicht vorstellen….
Wir sind mit unserem Pressefahrzeug sehr unabhängig und müssen uns nicht an die genaue Assistenzroute halten. Mit unserem G wollen wir uns dieses Mal richtig tief in die Dünen wagen, da ist ein wenig passendes Equipment natürlich von Vorteil. Bei MB Peru arbeitet Rodrigo, der uns den Dachaufbau montiert. Er ist, wie so viele hier, Dakar Enthusiast. Er hat sich extra Urlaub genommen und wird die ersten drei Etappen mit seiner kompletten Familie dem Tross hinterherfahren und an den Zuschauerpunkten jubeln. Die Peruaner sind definitiv extrem stolz, dass sie ein Gastgeberland der Dakar sein dürfen.
Dass die Südamerikaner allgemein vom Offroad Virus befallen sind, sieht man auch an der Starterliste. Etliche Fahrer aus Peru, Argentinien, Chile, Bolivien stehen am Start. Zu den Favoriten zählen sie freilich nicht. Das stehen Vorjahressieger Mini, diverse Toyota Hilux, verschiedenste Buggies und nicht zuletzt ein deutsches Auto auf der Liste potentieller Siegkandidaten. Der SAM Mercedes wird seinen ersten Dakarauftritt in den erfahrenen Händen von Matthias Kahle haben. Da dürfen wir natürlich alle sehr gespannt sein.
Bei den Trucks hat sich im Vergleich zum Vorjahr, als erstmalig Iveco den Sieg davongetragen hat, einiges getan. Das ist nun meine neunte Dakar und ich würde nach dem ersten Rundgang durch den Servicepark sagen, dass das Truckfeld nie so stark war. Eine Prognose wage ich absolut nicht. Alle, wirklich alle Topteams haben extrem aufgerüstet. Mathias Behringer, der den schnellen Service für Kahle/Schünemann fährt, hat sich ein MAN Monster gebaut, Tatra steht mit einem völligem Neuaufbau am Start; DAF, Iveco, Kamaz, MAN alle haben echte reinrassige Rennmaschinen zur Dakar gebracht. Selbst Mercedes ist mit dreizehn (!) Fahrzeugen vor Ort. Ich sehe mindestens fünf wunderschön aufgebaute Unimog und dass nachdem MB in den vergangenen Jahren eigentlich nur von den Holländern mit zwei Trucks die Treue gehalten wurde. Es wird megaspannend.
Bei den Motorrädern gab es im Vorfeld dagegen eine Enttäuschung. Comas der Dauergegner des Dauersiegers Dupres ist nicht am Start. Dieser Zweikampf der letzten Jahre wird uns also nicht mehr fesseln.
Gross auch der Andrang in der sogenannten T3 Klasse. Dort stehen sich eine Horde Polaris Buggies und diverse Can Am gegenüber. Nachdem bei der vergangenen Dakar eine Polaris unter die ersten 40 gefahren ist, sehen viele in den kleinen Rennern eine preiswerte Möglichkeit an der Dakar teilzunehmen. Ich werde diese side by sides besonders im Auge behalten, da es auch mein Plan ist, mit einem Polaris im kommenden Jahr hier am Start zu stehen.
Heute geht es kurz aber flott los, mit dem Showstart am Strand von Lima und einer Mini Etappe von 13 Kilometern in der Nähe von Pisco. Ein Offroad Rundkurs. Pures Gasgeben also. Ein bisschen wie das Ausfahren der Startaufstellung. Natürlich ist es eine grosse Motivation sich direkt vor vielen Zuschauern als Etappensieger feiern zu lassen. Einfacher wird es jedenfalls danach nicht mehr.
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 | 30.12.2012 Bald ist es soweit. Unser Flieger nach Lima zum Start der Dakar geht am 2. Januar in Nizza los. Ich setze ein Presseauto für Mercedes Benz ein. Einen weissen G.
Wie in den vergangenen Jahren liefere ich euch tägliche Infos zum Geschehen in From von Videos, blogs und Fotos. Also seid dabei und klickt so zahlreich wie in 2012!! :-))
Allen bis zum Start am 5. alles Gute und einen schönen Rutsch ins neue Jahr Ellen |
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