7.Januar
08.1.2013
Dakar 2013 7. Januar
Die Dakar geht weiter, wie sie begonnen hat.
Als grosse Sandkastenspiele. Heute wieder eine Sand/Dünenetappe in ähnlicher
Länge wie Gestern. Dass die Teilnehmer
langsam mutiger und teilweise zu mutig werden sieht man im Bivak an
herausgerissenen Achsen und diversen Beulen an Dächern, die von Überschlägen
zeugen. Die Favoriten aber leisten sich keine Schnitzer und so heissen die
heutigen Sieger al Attiyah und de Rooy bei den Autos und Trucks. Bei den Motos
hat sich Cyril Depres tatsächlich wieder an die Gesamtspitze des Feldes
gesetzt, dies aber durch reine Kontinuität, der Dauersieger ist unter Druck.
Wichtigste Frage des Tages war aber, was nun
aus Carlos Sainz wird. Wir erinnern uns, nach einem Protest von Sainz wegen
angeblicher Missfunktion seines GPS Systems gab es diverse Gegenproteste von
Teams, die dem nicht so recht Glauben schenken wollten, schliesslich war die
Navigation gestern einer der Knackpunkte und viele haben auf diese Art Zeit
verloren. Sainz setzte sich durch eine späte Entscheidung gestern Abend sogar
an die Gesamtspitze des Feldes, das führte natürlich zu Murren im Fahrerlager.
Heute dann die endgültige Entscheidung und die
lief gegen Sainz. Der Matador, der auch heute noch noch nicht richtig in
Schwung kam liegt nun wieder an Platz 5 Gesamt. Gar keine Schwierigkeiten
dagegen auf der Beifahrerseite von Teamkollege AL Attiya. Timo Gottschalk
navigiert routiniert, der Khatari leistet sich keinen Fehler und wird im
Eigenbaubuggy mit dem Etappensieg und Platz zwei im Gesamtklassement belohnt.
Dieses führt mal wieder Peterhansel an. Der Altmeister ist der einzige in der
Minifraktion, dessen Leistung eine Bank ist und diese Konstanz spült ihn mal
wieder an die Spitze des Feldes. Robby Gordon kommt endlich ohne Probleme durch
und landet direkt auf dem zweiten Rang, wenn er irgendwann mal die ersten Tage
ohne Probleme übersteht, wird er auch wieder ein Favorit auf den Gesamtsieg
sein, sein Fahrstil zumindest ist immer noch der spektakulärste bei der Dakar.
Bei den deutschen gibt es auf und ab`s. Kahle
bringt einen erfreulichen 19. nach Hause, auf Stephan Schott muss man im Bivak
ein wenig warten. Der Privatier im Minilager hat sich schwerst eingebuddelt und
verliert alleine durch eine Schaufelaktion eineinhalb Stunden. Im Bivak fragt
man sich, was wohl die Kupplung noch so macht. Platz 68 für ihn sicher eine
Enttäuschung aber wie die Dakar Welt so ist, knapp dahinter auf Position 79
freut sich Stephanie Manns über eine gelungene Stage. Ein deutlich besserer
Start für sie als im vorigen Jahr und wenn ich mal eine Prognose abgeben darf,
dann schafft sie es dieses Mal unter die ersten 40!
IN der Truck Kategorie macht de Rooy alle
platt und lässt gar keine Diskussion aufkommen, wer hier der Platzhirsch ist.
Nächster Stagewin für ihn und die Konkurrenz schaut bis jetzt in die Röhre.
Allerdings scheinen die Kamaz aus dem Dornröschenschlaf erwacht und haben
nunmehr mit Nikolaev zumindest ein heisses Eisen im Feuer. Er wird heute
zweiter und gibt auf der Strecke deutlich mehr Gas als gestern. Irgendwie sieht
es so aus, als ob sie im Russenlager gemerkt haben, dass man in diesem Jahr mit
zurückhaltender Fahrweise nix reissen wird. Dahinter ein bunte Mischung aller
Marken und auch Mathias Behringer der Fast Service von Matthias Kahle legt los
und erreicht Position 12. Dafür, dass er manchmal vorsichtiger zu Werke gehen
muss als die Prototypen die auf Sieg fahren, ein Megaergebnis.
Morgen warten ein paar nette Aufgaben auf die
Teilnehmer, hohbe Dünen, sandige Wege und um noch ein bisschen Salz in die
Suppe zu geben dazwischen steinige Passagen. Das freut die Buggy-Beifahrer, die dank Luftdruckregelsystem nicht
aussteigen müssen und ärgert die Allradfraktion, die den ganzen Tag mit einem
Luftdruck Kompromis überstehen müssen.