Heute kein racing. Das kam schon in der Vergangenheitöfter mal vor. Meist hatte sich am Vortag das halbe Starterfeld noch nicht wieder im Bivak eingefunden sondern hatte Sonderschichten in den Dünen eingelegt, oder es sind Flüsse enstanden wo vorher keine waren und machten die Strecke unpassierbar.Am heutigen Renntag ist ebenfalls das Wetter an der Rennabsage schuld. Regen und Schnee machen einen Start für die Teilnehmer zu riskant.
Das heisst, dass wir heute alle gemeinsam in einem schier endlosen Konvoi über die Anden fahren.Die Temperaturen sollen dabei auf ca. 5 Grad fallen und dementsprechend präparieren sich die Motorradfahrer bereits vor der Abreise mit dicken Jacken, Regencapes und Handwärmern an den Lenkungen.
Die Startreihenfolge wird aber auch bei diesem Konvoi eingehalten und erst danach dürfen die Assistenzfahrzeuge auf die Reise gehen. Pressefahrzeuge dürfen allerdings das Bivak verlassen, wann immer sie wollen. Manche fahren also bereits am Abend vorher los und übernachten in den Bergen. Wir nehmen die„Luxusvariante“ incl. frischer (weil wie immer saukalter) Dusche am Morgen und machen uns recht zeitig auf den Weg.
Da der geplante Pass über die Anden ebenfalls in Teilen unbefahrbar ist,fahren wir rund 200 km mehr als geplant. Dementsprechend wird dies ein sehr langer Tag. 650 Kilometer mit einem 75 kmh Schnitt, das ist angesichts der Tatsache, dass davon die Hälfte auf Schotter zurückgelegt wird schon ziemlich ordentlich. Wir nehmen uns sogar ausnahmsweise die Zeit kurz eine Rast an der `Laguna Verde` einzulegen und die Füsse in den heissen Quellen zu relaxen. Zu lange darf man hier allerdings nicht ausharren, sonst sieht man innerhalb kürzester Zeit aus wie ein frischer Lobster. Die Sonne brennt auf 4.600 Metern Höhe unbarmherzig. An der chilenischen Grenze gibt es dann die üblichen Kontrollen was hier heisst, dass neben den Pässen auch kontrolliert wird, ob man frische Lebensmittel an Bord hat. Deren Einfuhr ist verboten und tatsächlich wird die Sache in diesem Jahr sehr ernst genommen. Es werden eigens zwei Schnüffelhunde eingesetzt, die darauf dressiert sind Frischware zu finden.Wir müssen ehrlich gesagt schon ein bisschen grinsen, als in einem anderen Fahrzeug eine (!) Banane gefunden wird, die wie eine Trophäe herausgezogen wird.
Im Bivak treffen wir dann noch Stefanie Manns, eine deutsche Teilnehmerin bei den Autos.Da ich erst am zweiten Abend gemerkt habe, dass es tatsächlich noch eine weitere Deutsche im Rennen gibt (und dass ziemlich gut bei ihrer ersten Dakar)suche ich sie nun und verspreche ihr ein Interview in meinem Autobild Blog für den nächsten Tag.Auf dem Weg ins Media Centerspricht mich Andres Memi an, den ich aus der Bike Kategorie kenne. Weit gefehlt, er ist Teil der Besatzung des ersten argentinischen Trucks, der jemals auf der Dakar gestartet ist…..die Dakar ist also auch in ihrem 31. Jahr immer noch für Premieren gut.
Heute wird das aus Zeitgründen leider nichts mit einem Videoblog. Unser Kameramann ist für den heutigen Tag in den Truck seines Bruders umgestiegen und ist abends um 22 Uhr immer noch nicht im Bivak angekommen. Aber die `one minute per day`….die muss er noch abliefern….hoffentlich klappts.