Rally DAKAR 2012
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Ellen`s DAKAR 2012 Berichte
Rennberichte -> DAKAR 2011
Wir sind am Ziel
15.01.2011
Die Dakar war toll. Uneingeschränkt. Das Einzige was man bemängeln könnte: sie war zu kurz und hätte uns gerne auch noch nach Peru oder in ähnliche Länder führen können.

Rein sportlich war es auf jeden Fall spannend, der Zweikampf an der Spitze hat auch als Zuschauer Spass  gemacht. Das „Scheitern“ von Peterhansel war schade, denn man hätte sich gewünscht, dass er länger in der Spitze mitkämpfen hätte können.  An seinem Dakarverlauf  kann man ganz besonders sehen, wie sich die Dakar durch den Umzug nach Südamerika verändert hat. Es sind mehr die  `echten`Rallyefahrer mit guten offroaderfahrenen Co Piloten gefragt. Peterhansel war in Afrika in der ersten Woche selten unter den ersten vier. Seine Zeit kam immer in Mauretanien in den endlos langen Dünenetappen, von dort dominierte er dann das Rennen und gewann. Heute sieht die Sache ganz anders aus. Wer nicht von Anfang bis Ende kontinuierlich einen irrsinnig hohen speed gehen kann oder dazu bereits ist, auch auf Risiko zu fahren, wird eine Südamerika Dakar nicht gewinnen können. Insofern sind weder der Sieg des Vorjahrezweiten Al Attiyah noch das Scheitern von Sainz an einem einzigen Loch nicht verwunderlich. 

Aus deutscher Sicht haben wir mit Al Attiyahs Co Timo Gottschalk nun also einen weiteren Dakarsieger, aber auch die anderen haben sich hervorragend geschlagen. Mathias Kahle und Co Thomas Schüneman werden 10 . im Gesamtergebnis und gewinnen die Buggy Klasse mit ihrem SMG Buggy. Stefan Schott wird im BMW wird mit seinem Navigator Holm Schmidt 20., obwohl er mehrfach auf die Hilfe von Andrea Mayer im Renntruck des BMW Teams angewiesen war.  Andrea beendet ihre erste Dakar im Truck trotz dieser vermehrten Hilfestellung für `Schotti` und hat dieses Rennen damit auf Motorrad, Auto und Truck bestritten. Auch ein Rekord. Tina Meier auf dem Zweirad muss drei Tage vor Schluss leider aufgeben, da sie von Nierensteinen geplagt wird und Alfi Cox mit seinem deutschen Beifahrer Jürgen Schröder beendet diese Dakar auf dem 18. Rang.

Was uns besonders freut: der Subaru Forester in der Hand von Lucio Alvarez wird 15. im Gesamtklassement. Ein Ergebnis, mit dem der Argentinier niemals gerechnet hatte.  Der Privatier schlägt sich also hervorragend und ist im Ziel überglücklich.  Nur um das mal klarzustellen: als ich am Start der vorletzten Etappe ein Foto schiesse, auf dem er in seinem Subaru vor Carlos Sainz startet, muss ich ihm hoch und heilig versprechen, dass ich ihm dieses auf die mail sende. Er ist voller Stolz auf seine Leistung, auf seine Ergebnisse und sein Auto und das kann er auch sein.

Wir müssen nun nur noch unser Presseauto auf die Fähre zurück fahren und uns innerlich dagegen wappnen, dass wir ab übermorgen wieder in die kalten Gefilde zurückkehren.

Bye, bye Sommer, bye bye Dakar, wir kommen nächstes Jahr wieder.

Ab April beginnt meine eigentliche Rensaison. Drei 24h Rennen sind schon fix, davon zwei Offroad. Berichten werden wir dann hier auf der Seite mit spektakulären Onboard Bildern und allem was dazu gehört. Ich würde mich freuen, wenn ihr wieder dabei seid.  

Bis dahin, Eure Ellen

Ps: gerne auch auf facebook.

Es geht dem Finale zu
14.01.2011

14. Januar 2011

Eigentlich ist die Dakar entschieden. Normalerweise bin ich ja eine Verfechterin der durchaus oft bewiesenen These, dass man auch einen Meter vor der Zeillinie noch ausfallen kann. Wenn man aber, wie Volkswagen auf dieser Dakar, gleich drei Eisen im Feuer um den Gesamtsieg hat, ist diese Möglichkeit wohl eher unwahrscheinlich. Wenn Morgen auf der letzten kurzen Etappe also alles gut geht, sollte zum ersten Mal in der Dakar Historie ein Mann aus Katar die Zielrampe als erster überfahren. 

Heute wie gestern gab es die härteren Dakarstories eher im Mittelfeld. Schon seit gestern quälen sich die Teilnehmer mit Staub und heute auch Matsch. Genauer bedeutet das, dass es fast unmöglich ist, einen langsameren Teilnehmer vor sich zu überholen. Gestern erwischt es aus deutscher Sicht den BMW Fahrer Stefan Schott.  Wegen eines Kupplungsschaden am Vortag hinten gestartet, läuft er bald auf einen Kollegen auf und damit beginnt sich für ihn auch der gestrige Tag schlecht zu entwickeln. Endlose Kilometer im Staub eines Flussbettes kommt er nicht an seinem Vodermann vorbei, selbst sieben Kilometer im Meterabstand veranlassen diesen nicht zu weichen.  Als Stefan es trotzdem versucht übersieht er im Staub ein Hindernis und beschädigt sich den Kühler. Wieder mal ist er ein Fall für Andrea Mayer im teameigenen Servicetruck. In der Nacht erreicht nach einer  400km Abschleppaktion auch Tim Coronel im Single Buggy das Ziel, fällt sofort und ungeduscht in sein Zelt um zwei Stunden später mit repariertem Renngefährt, aber immer noch dem Staub der Nacht im Gesicht wieder durchzustarten. Immerhin schafft er es sich eine coole Sonnenbrille anzuziehen und den Staub aus dem Anzug zu klopfen bevor es weitergeht.  So und so ähnlich geht es  auch auf der heutigen Etappe zu. Wer einmal Pech hatte zieht das Ungemach noch mindestens einen weiteren Tag hinter sich her, da man sich in einer solchen Situation immer an eigentlich langsameren Fahrzeugen vorbeiquälen muss.

Im Ergebnis gibt es heute ähnliches wie gestern.  Drei VW vorne, damit auch die Plätze im Gesamtklassement gefestigt. Matthias Kahle wird 10., sowohl auf der stage als auch im Gesamten. Sein Renntruckfahrer Mathias Behringer liegt  auf derselben Position bei den Trucks.Geschlossene Teamleistung.

Ein unbelohnter Dakarheld ist zur Zeit noch Alfi Cox mit seinem deutschen Beifahrer. Auf allen Etappen in den Top 13 liegt er Gesamt nur auf der 19. Position, da er an einem einzigen Tag durch Differentialschaden viel verloren hat.

Der Subaru von Lucio Alvarez liegt auf einem gefestigten 15 Rang. Dafür, dass ankommen das Ziel war, legt der Argentinier hier jeden Tag eine tolle Performance hin. Wir bereiten uns auf`s feiern vor.

Morgen geht es für uns zum Ziel des Rennens. Dort werde ich direkt von vor Ort berichten können.

Bis dann, eure Ellen

Ein Tag von Unfällen geprägt
13.01.2011

13. Januar 2011

Drei bedeutsame Unfälle ereignen sich am heutigen Tag. Zwei davon abseits der Rennstrecke.

Der Reihe nach: Schon am Morgen kommt es zur Fast Eliminierung der Volkswagen Truppe, als der Shuttle Fahrer, der die Werkspiloten vom Hotel ins Bivak chauffiert unverschuldet mit einem PKW kollidiert.. Bis auf einen Kieferbruch beim Fahrer des argentinischen PKW`s  kommen alle mit dem Schrecken davon.  Allerdings kommen die Fahrer und Beifahrer Mannschaften auch erst mit einer 40 minütigen Verspätung an ihre Rennautos. Nun zeigt sich also zum ersten Mal ein Nachteil der Hotelshuttelei . VW Race Touaregs werden im Zweierpack mit verschiedenen Fliegern nach Argentinien verfrachtet um das Risiko eines Totalausfalls bei Flugzeugabsturz zu vermeiden. Alle Rennfahrer und alle Co Piloten werden aber gemeinsam transportiert….nicht ganz zu Ende gedacht, wie sich heute rausstellt.

Einen weiteren Unfall auf der Verbindungsetappe meldet der Veranstalter im Laufe des Nachmittags. Ein normaler Verkehrsunfall zwischen einem argentinischen Rennteilnehmer und einem anderen Verkehrsteilnehmer hat böse Folgen. Der zivile Autofahrer stirbt.

Was die Rallye angeht passiert, was man fast schon annehmen konnte.  Einer der beiden Führenden macht unter dem Druck ein wahres Höllentempo gehen zu müssen einen Fehler und schmeisst sich selbst aus dem Rennen. Im heutigen Fall ist es Carlos Sainz, der seinem Touareg in einem Loch ein komplettes Rad abstreift. Teamkollege Mark Miller muss halten und seine eigene Radaufhängung opfern, damit der Vorjahressieger schnell weiterkommt. Das Ganze funktioniert nun wie eine Staffette. Miller wartet auf den Renntruck mit weiteren Ersatzteilen für sein eigenes Auto.  

Dieses Missgeschick wirft Sainz natürlich zurück. Unter normalen Umständen heisst der diesjährige Sieger nicht Carlos mit Vornamen, sondern kommt aus Katar, zumal Al Attiyah heute zum dritten Mal eine Etappe gewinnt. Aber, wir wissen: die Dakar hat eigene Gesetze und wird unter Umständen erst auf den letzten Kilometern entschieden, alles schon da gewesen. Insofern bleibt es spannend, denn es ist keineswegs so, dass nun nur noch Geplänkel folgt.  Im Gegenteil, morgen ist ein sehr entscheidender Tag.  Weitere  555 km stehen auf dem Programm. Ausserdem verfolgt VW das erklärte Ziel eines Dreifachsieges und da kommt dann auch Peterhansel im BMW wieder ins Spiel.

Gestern hat, wie berichtet einer der beiden deutschen Piloten im Rennen Matthias Kahle eine Odyssee durch die Dünen hinter sich gebracht. Er verliert zwar über fünf Stunden, aber Dank des Einsatzes seines Renntrucks und der Besatzung desselbigen, allen voran Mathias Behringer, des Fahrers kommt er überhaupt ins Ziel. Er schleppt den SMG Buggy fast die gesamte stage. Ich erinnere mich an eine Abschleppaktion die ich 2006 hinter einem Rennunimog nachts in den Dünen selbst ertragen musste. Das ist wirklich etwas, was man am liebsten nicht erleben will. Matthias sieht hinter dem Truck absolut nichts.  Deshalb lässt er sich von seinem Co trotzdem das Roadbook vorlesen um ungefähr antizipieren zu können, wann Behringer vielleicht bremst oder die Richtung ändert.  In den Dünen zieht man normalerweise mit einem kurzen Seil, da ein langes in den Dünenkamm einschneiden würde. An einer besonders steilen Passage, an dem der Truck nur ohne sein Zusatzgepäck hochkommt, nimmt Behringer allerdings ein langes Seil um Kahle quasi in Bergabfahrt über den Dünenkamm zu kriegen. Stefan Schott, der BMW Privatier sagt nach der stage, dass es unmöglich sei, den vorgeschriebenen Waypoint an einer besonders hohen Düne im Doppelpack zu nehmen. Behringer schaffts. Ohne weitere Strafzeiten kommen Truck und Buggy ins Ziel. Kahle bleibt 10. in der Gesamtwertung. Wenn heute kein weiteres Malheur  geschieht stimmt der Kurs.

Heute war es sicher ein harter Tag für die Kondition, denn seit wir wieder zurück in Argentinien sind ist die Temperatur ständig gestiegen. Zur Zeit 40 Grad und gefühlte 90 Grad in der Sonne bzw in unserem Medienzelt. Aber auch die Qualität der Bivaks nimmt (etwas) zu. Heute werden wir auf Asphalt gebraten und haben den feinen Wüstensand hinter uns gelassen. Im letzten Bivak gab es sogar einen Swimmingpool, aber wie der aussah, nachdem in den Duschen öfters mal kein Wasser zu kriegen war und einige Teilnehmer den Pool als Bad benutzt haben ….well nothing for me….

Bis Morgen

Eure Ellen

 

Ein Tag voller  Bilder
12.01.2011

Ich bin den Paso San Francisco ja schon zweimal gefahren, aber es ist trotzdem immer wieder unglaublich was sich auf dieser Höhenstrasse (4.600m) über die Anden an Farben, Formen und reiner Natur bietet. Man wird demütig angesichts eines solchen Naturschauspiels über 700 km Fahrstrecke. Man kann sich zwischenzeitlich nicht erholen von diesen intensiven Eindrücken, so viele sind es. Wir haben nach einer Weile schon fast eine Entzündung im Ellenbogen, da wir permanent die Kameras hochreissen.

Ein bisschen Abenteuer gibt es dann auch noch dazu. Die chilenische Seite des Passes wird ausschliesslich auf Schotterpisten befahren. Durch die dicken Staubfahnen, wenn noch sandige Passagen dazu kommen, sieht man quasi nix von der Strecke. Prompt übersehe ich hinter einem RennLKW fahrend (und zum überholen ansetzend….Rennfahrerin bleibt Rennfahrerin…) ein Loch. Es tut einen gehörigen Schlag, aber alles bleibt heile.

Rund 100km vorm Bivak, auf argentinischer Seite gibt es dann plötzlich eine Sperrung der Strecke. Ein Fahrzeug ist im tiefsten Fesch Fesch Sand (wir erinnern uns: puderfein) auf die Seite in einen Graben gekippt. Selbst die Rennfahrzeuge haben teilweise Schwierigkeiten hier durchzukommen. Alternativ will man uns 120km umleiten. Ihr ahnt was kommt, Frau Lohr hat keine Lust auf Umleitung und versucht sich mit dem Subaru am Fesch Fesch Hindernis. Leider nur mit eingeschränktem Erfolg. Wir bleiben stecken. Allerding nicht wirklich schlimm und deshalb sind wir auch innerhalb 15 Minuten mit ein bisschen fremder Hilfe wieder raus und können weiterfahren. Alles in allem also eine gute Entscheidung: Umleitung gespart, Spass gehabt und zumindest für 15 Minuten richtiges Renn Dakarfeeling erlebt. Wir sind unglaublich verdreckt und total happy.  Was für ein Tag.

Im Bivak dann die Nachrichten von der Strecke. In unserem Team SMG zwei gute und eine schlechte Info:  Etappenergebnis heute 9. und 13. Platz für Ronan Chabot und Zhou Young, aber Matthias Kahle hat`s erwischt. Er kommt von seinem RennLKW gezogen ins Ziel und wird heute nur 52. mit einem Zeitverlust von fünf Stunden 44 Minuten. Da das Gesamtklassement inzwischen schon um einiges auseinandergezogen ist,  ist dieser Zeitverlust zwar zu verschmerzen, trotzdem ist es sehr schade, dass jetzt zunächst mal ein einstelliges Endergebnis wieder in etwas weitere Ferne gerückt ist.

Gewinner der heutigen Etappe ist VW Werkspilot de Villier. Das ist umso erstaunlicher, als dass uns noch gestern sein Beifahrer Dirk von Zitzewitz erzählt, was für ein irres Tempo die beiden Teamkollegen Al Attiyah und Sainz gehen würden und er sich die Frage stellen würde, wie lange das wohl noch gut geht. Nun ja, vielleicht doch noch ein Nichtangriffspakt im VW Lager? Ich kann`s mir nicht vorstellen und denke mal, das der shoot out der beiden Morgen weitergehen wird.

Im Übrigen war heute die Bildauswahl irre schwierig. Wir haben 350 Fotos geschossen und können nur 20 übertragen. Das ist richtig schade. Wenn ich zurück bin stelle ich noch ein Album auf mein facebook Profil. Versprochen.

Viele, immer noch verdreckte Grüsse (Blog geht vor Dusche und abgesehen davon gab es eben eh kein Wasser im Bivak…)

Eure Ellen

a lazy day
11.01.2011

In Copiapo hat der Service sowas wie einen zweiten Restday. Die Rennfahrer sind auf der Dünenschleife um die „Stadt“ unterwegs, aber der Service hat mit einer zusätzlichen Übernachtung im Wüstennest endlich einmal Zeit sich um seine eigenen Sachen zu kümmern. Allerdings ist die Schleife nicht lang und dazu auch noch leicht verkürzt worden. Langsam dämmert dem Veranstalter, dass man ansonsten vielleicht ohne Rennteilnehmer Buenos Aires erreichen wird. Beim Start am heutigen Morgen reihen sich genau 32 Trucks und nur knapp 50 Rennautos ein.  

Heute Morgen im Bivak hört sich der Motor von Peterhansel nicht wirklich gut an. Wir drücken die Daumen, dass er sich gestern bei seiner Überhitzung keinen bleibenden Schäden geholt hat. Auch andere Teilnehmer sind nach den harten letzten Tagen etwas angeschlagen. So präsentiert Jürgen Schröder, der Beifahrer von Alfi Cox ein blaues Auge. Angeblich hat er von Alfi einen drüber bekommen, als er sich vernavigiert hat….aber im Ernst ist es eine Verletzung, die er sich beim unsachgemässen Abschnallen in der Wüste zugezogen hat. Er hatte im Rennstress vergessen den Stecker seiner Funkanlage zu ziehen und die rächt sich, indem sie zurückschnalzt und ihm ein dickes Veilchen verpasst.

Die Etappe heute ist sicher anspruchsvoll, aber inzwischen sollten die Teilnehmer es gewohnt sein, durch die Dünen zu surfen. Ausserdem ist es ein gewaltiger Unterschied, ob man die Dünen bei Tag oder bei Nacht besucht.  Insofern ist es eine stage sein, die die Teilnehmer happy macht.

Die Ziedurchfahrt lockt fast die Gesamtbevölkerung an die Strecke. Hunderte Autos schlängeln sich auf Schotterpisten in das Zielgebiet. Auch wir schlängeln uns….allerdings in wüstigerem Trrain. Mit Schaufel und Sanblechen ausgerüstet wagen wir uns mit dem Forester direkt in die Dünen hinein. Zum Glück kommen unsere Utensilien aber nicht zum Einsatz. Als wir zurück ins Bivak fahren kommen gerade die ersten Privatfahrer bei den Motorradfahren an und werden von ihren Teams mit Begeisterung gefeiert. Auch dort hat der Schwund inzwischen zugeschlagen. 120 sahen gestern/heute Nacht das Ziel (davon Tina Meier auf einem tollen 80. Platz).

Im Bivak gibt es unterdessen sowas wie eine allgemeine Aufbruchstimmung, denn Morgen befahren wir den Paso San Francisco. Unwahrscheinlich schöne Naturbilder. Wir werden rechtzeitig aufbrechen um genügend Zeit zu haben euch in meinem Videoblog respektive im  One Minute  per Day blog einiges davon zeigen zu können. Es wird aber eine späte Übertragung werden. Erstens wird es eine 9 Stunden Fahrt inklusive Grenzformalitäten nach Argentinien und zweitens hört sich der Ort Chilecito per se nicht nach einem schnellen Internet an….An der höchsten Stelle des Passes gibt es ein Hotel mit Höhentrainingscenter für chilenische Tennisspieler (!),  wenn sich die Zeit findet senden wir bereits von dort ein paar Bilder zu euch. Wir geben weiter Gas.

Bis Morgen

Eure Ellen

Der Tag der (Vor)Entscheidung
10.01.2011

Ein Misttag für Stephane Peterhansel.  Er verliert heute 1 Stunde 13 Minuten und wird die Dakar damit nicht mehr gewinnen (ausser es geschieht ein echtes `Dakarwunder`). Damit haben wir die fast identische Situation wie bei der Dakar 2010. Sainz und Al Attiyah im VW kämpfen um den Sieg. Am heutigen Tag mit leichten Vorteilen für den Mann aus Katar. Er gewinnt die stage und zieht im Gesamtklassement an Sainz vorbei. Mit den Erfahrungen des Vorjahres, als wir im Ziel der vorletzten Etappe Zeugen werden, wie sich die beiden fast an die Gurgel gegangen sind, gehe ich mal davon aus, dass es keine Stallorder geben wird. Und genau das ist Peterhansels einzige verbliebene Chance. Wenn die beiden den speed nicht rausnehmen, kann durchaus auch bei den Frontrunnern noch was passieren.

Peterhansel hat auf der heutigen Etappe nicht nur mit drei Reifenschäden zu kämpfen. (mirakulöser Weise geschieht das fast nur bei ihm, es ist sein 10. (!) bei diesem Rennen) sondern in erster Linie mit einem überhitzten Motor. Er hält ca acht mal an, um Wasser nachzufüllen. Als ihm seine eigenen Reserven ausgehen, lässt er sich an den einzelnen CP`s (Checkpoints) Wasserflaschen nachreichen um den Durst seines Diesels auch bis zum Ende der Wertungsprüfung stillen zu können.

Wir fahren heute ebenfalls eine ordentliche Off Road Strecke mit unserem Subaru, um den Videoblog direkt an der Strecke zu drehen. Wir erwischen einen der Volkswagen und sind happy, dass Matthias Kahle heute offensichtlich einen guten Tag hinlegen wird. Er passiert uns als 8. (was er dann im Ziel auch sein wird) Ansonsten tote Hose. Kaum Autos auszumachen. Das Feld ist unwahrscheinlich auseinander gezogen. Und das in allen Kategorien. Man bekommt die Führenden vor die Linse und dann beginnt das grosse Warten. Wir beschliessen also ins Bivak weiterzufahren und tatsächlich sind bei unsere Ankunft am frühen Abend erst neun Autos im Ziel. Ich sagte es ja bereits….warten wir mal ab, wieviele Teilnehmer die morgige Dünenschleife um Copiapo in Angriff nehmen werden

In diesen Top 9 gibt es mit Kahle einen deutschen Fahrer und immerhin vier deutsche Beifahrer.  Timo Gottschalk als Co vom Führenden, Dirk von Zitzewitz als Beifahrer von de Villier im VW, Thomas Schünemann, der Matthias Kahle navigiert und Jürgen Schröder auf dem heissen Sitz bei Alfi Cox. Nachdem sie anfangs nicht wirklich mit grossen Herausforderungen konfrontiert wurden,  haben sie bei den Etappen in Chile einiges zu tun.  Die Navigation im Offroad Gelände und in den Dünenpassagen sind knifflig.  Dass Beifahrer hart im Nehmen sein müssen ist klar. Als der Co von Sainz 2009 nach einem Unfall seines Piloten nicht mehr kann, wird er für die nächste Dakar einfach ausgetauscht. Michel Perin, an der Seite von Chicherit im Mini hatte sich die Hand bei einer verunglückten Abschleppaktion gebrochen. Wäre aber mit Schiene weitergefahren, wenn Guerlain den Mini nicht am Restday beim Roll Out verschrottet hätte.

Aber es geht auch umgekehrt. Dazu ein Beitrag vom ausgeschiedenen Robby Gordon: als es seinem Beifahrer schlecht wird und er sich in seinem Rennhelm übergeben muss, geht die Intercom, die Funkverbindung dabei kaputt. Da die Kommunikation aber nunmal wichtig ist im Rennauto, nimmt sich Robby kurzerhand den Helm seines Beifahrers und beendet die stage „ohne eigenes Mikrofon“. Iiiiargghhh.

In Copiapo bleiben wir nun zwei Nächte, da Morgen die Schleife Copiapo-Copiapo gefahren wird.

Bis dann

Eure Ellen

 

Anstrengender Service, unangestrengte Rennerei
09.01.2011

Anstrengender Service, unangestrengte Rennerei

Wir legen auf der Serviceroute heute 750 km zurück. Der Weg führt uns von Arica im äussersten Norden nach Antofagasta, ebenfalls einem Küstenort  allerdings um einiges wolhabender, als die (wenigen) Städte im Norden.  Unser Bivak liegt direkt am Meer (sogar im Mediacenter sitzend sehen wir die Wellen) und ist um einiges geräumiger als die meisten Bivaks zuvor. Das liegt natürlich auch daran, dass gegen Abend erst 54 Autos im Ziel sind. Ähnlichen Schwund erleben wir bei den Motorradfahrern. Auf dem Camion Balai, dem Besenwagen des Veranstalters, der liegengebliebene Teilnehmer aus den Dünen birgt, ist kaum mehr Platz. Ich zähle 11 Motorräder und zwei Quads, von denen einer nur noch abgebrannter Schrott ist. Totalschaden.

Auch wenn heute nur 250 km für die Teilnehmer in Wertung zurückgelegt wurden, Geschichten gibt es genug. Allein in unserem Team hat Ronan Chabot zwei zu erzählen:

Er bzw die Besatzung seines Servicetrucks hat eine Begegnung der besonderen Art mit der einheimischen Polizei. Es zeigt sich, dass die immer gleich gekleideten (obligatorisch: dunkle Ray Ben Pilotenbrille) Damen und Herren nicht zimperlich sind, wenn sie ein Verbrechen vermuten. Ronan hatte auf der Fahrt nicht bemerkt, dass seine hintere Bremse festgegangen war. Seine Servicecrew, die dicht hinter im fuhr aber wohl. Also hat die Besatzung des Trucks Ronan überholt und in einem Ausbremsmanöver gezwungen anzuhalten. Als dann ein Mechaniker mit einem Feuerlöscher zu Hilfe eilt, missverstehen das die Carabinieri und stürzen sich auf den Mechaniker um ihm ohne Vorwarnung dezent in die Knie zu knüppeln.  Verbrechen verhindert, fragt sich nur welches…..

Die Bremsscheibe konnte aber dennoch gelöscht werden und Ronan fährt mit Platz 31 ein ordentliches Ergebnis ein. (Wir erinnern uns: nach einem Überschlag lief der Motor nicht mehr richtig, das ist inzwischen kein Problem mehr).

Auch berichtet Ronan von den teilweise etwas entrückt fahrenden Truckfahrern. Er kommt mit schwarzen Reifenspuren an der Seite zurück. Ebenfalls auf der oben bereits gewürdigten ersten Verbindungsfahrt hat ihn ein Truck in die Seite gerammt. (Anmerkung der Autorin: kenne ich gut, allerdings bei mir im Offraod Gelände, nicht schon auf dem Weg zum eigentlichen Start des Rennens)

 Das eigentliche Problem des heutigen Tages war aber die Dünenpassage. Das Timing war nicht gut, denn die ersten Autos treffen genau in den Dünen auf die langsameren (aber früher gestarteten) Motorräder. Man kann sich vorstellen, wie gefährlich das ist, wenn direkt hinter der Düne ein Motorradfahrer stürzt und ein Auto kommt über den Dünenkamm ohne Chance auszuweichen. Einmal passiert das heute auch Matthias Kahle (zur Zeit auf einem tollen 10. Platz und Führender bei den Buggies). Er kommt knapp zwei Meter neben einem gestürzten Zweiradler vorbei.

Auch Alfi Cox mit seinem deutschen Beifahrer legt heute wiedermal einen guten Tag hin und wird 11. Er verliert allerdings 20 Minuten beim Versuch einen WP, einen Way-Point zu finden. Diese Punkte sind auf der ganzen Strecke verteilt um Abkürzen zu verhindern. Wer einen WP verpasst, kassiert saftige Strafen, bis hin zum Ausschluss. Diese WP`s zu im Offroad Gelände zu finden kann ganz schön schwierig sein, denn man muss ihn sehr genau treffen. 800m ist der Kreis um den eigentlichen Punkt, dort muss man fahren, erst dann bestätigt das GPS, dass man ihn getroffen hat. Erst seit dieser Dakar sind es eben diese 800m. Bis jetzt waren es drei Kilometer, was die Navigation natürlich einfacher machte, das Gelände aber auch gefährlicher, weil unkontrollierbarer.

 

Morgen nun geht es wieder richtig zur Sache. 508 Kilometer im Renntempo bis Copiapo, der Stadt, die durch das chilenische Grubenunglück im vergangenen Jahr berühmt wurde. Das dürfte eine der anstrengensten Etappen werden, da vor der Ankunft in Copiapo eine Menge Dünen überwunden werden müssen. In umgekehrter Richtung, im vergangenen Jahr, hat es hier richtig viele Teilnehmer aus  der Wertung gehauen. Seien wir also gespannt, wie viele Autos, Trucks und Motorräder übermorgen die Schleife um Copiapo bestreiten werden…..

Bis Morgen, wir gehen für euch bereits um 6:30 auf die Piste.

Eure Ellen

 

 

8. Januar Restday in Arica zweiter Abend
09.01.2011

Restday in Arica abends

Es gibt Neuigkeiten nachzutragen.

Tatsächlich gab es gegen  21:00 Uhr ganz schlechte Nachrichten aus dem BMW Lager. Guerlain Chicherit, Werksfahrer in der Quandt Truppe kommt nicht von seinem Roll Out zurück. Dann die Nachricht, er hatte einen schweren Unfall. Angeblich siebenfacher Überschlag. Wie es so (un)üblich ist mit einem Mechaniker auf der Beifahrerseite und ohne Helm.  Ergebnis ist eine schwer verletzte Hand bei seinem Mechaniker und eine Kopfverletzung bei Chicherit. Auto Schrott, Mini Einsatz bei der diesjährigen Dakar beendet. Guerlain war angeblich nicht ansprechbar und ist ins Krankenhaus transportiert worden. Allgemein geht man aber davon aus, dass die Verletzung nicht allzu schwer ist. Wollen wir das Beste hoffen.

Die stage Morgen wurde im Übrigen um die Hälfte gekürzt. Nachdem tatsächlich nur noch 76 Fahrzeuge in Wertung sind und der zweite Teil der Wertungsprüfung  extremes Gelände sein soll, hat sich der Veranstalter entschieden, diese stage zu entschärfen, was eben zur Folge hat, dass fast 250 km wegfallen. Alles in allem also ein einfacher  Tag für die Teilnehmer.

Unser Fahrer Benat Errandonea ist leider auch endgültig ausgeschieden. Der Motorschaden hat sich als zu gravierend herausgestellt, nicht reparabel. Man muss aber auch sagen, dass Benat es sich selbst vermasselt hat. Der Motor hatte überhitzt (Kühlschlauch vom Wasserkühler abgefallen). Er hat es aber an seiner Temperaturanzeige nicht gesehen.

Für uns, wie schon erwähnt ein sehr langer Tag morgen, dementsprechend die Infos erst in der Nacht.

Schlaft gut

Eure Ellen

 

Restday in Arica
08.01.2011

Restday, Ruhetag bei der Dakar, das bedeutet traditionell viel Arbeit für alle Beteiligten. Die Mechaniker bringen die Fahrzeuge für den zweiten Teil des Rennens in Schuss. Die Fahrer pflegen sich je nach bisherigem Verlauf der Rallye selbst (Auto und Truckfahrer) oder ihre Wunden (vornehmlich Motorradfahrer).   Wer keine unplanmässigen  Probleme hat nimmt planmässige Wechsel von Getriebe und ähnlichem vor. Bei den Motrrädern gibt  es bei den Top Teams einen Motorwechsel zur Sicherheit, bei den Fahrzeugen darf es nach Reglement keinen kompletten Motorwechsel geben., aber Kupplungen, die bei den stages im weichen Fech Fech Sand besonders gelitten haben, werden ebenso getauscht wie alle relevanten Unibalgelenke, Differentiale  usw. usw.usw.

Es wird für alle ein langer Tag und Morgen warten viel Kilometer auf TeilnehmerInnen und Servicecrews. Am härtesten trifft dies natürlich die Teams, die teilweise noch auf ihre Rennfahrer warten. Das bedeutet später dann durcharbeiten und am Tag danach durchfahren um direkt wieder durchzuarbeiten. Aber was schreibe ich….wir haben es uns selbst ausgesucht und das entspricht ja auch genau dem Spirit der Dakar. J

Bei den Werksteams sieht das Ganze aber ein bisschen anders aus. Die Fahrzeuge sind dermassen schnell unterwegs, dass selbst bei grösseren Problemen eine relativ frühzeitige Ankunft im Bivak drin ist. Zumal mit den entsprechenden Rennservicetrucks auf der Rennstrecke.  Danach geht es dann für die Fahrer, Beifahrer und das Management per Shuttleservice ins Hotel. Dakar-Spirit naja. Man muss wahrscheinlich einfach akzeptieren, dass sich das „Gesicht“ der Dakar dauerhaft verändert hat. Was früher echter Marathonsport war, mit einem Marathontag ohne Service zwischendurch (nach dem die VW zu Beginn des Werksengagements  traditionell alle ausgefallen sind) ist heute echter ,harter Rallyesport Tag für Tag über eine lange Distanz. Mit grösseren Städten in der Nähe der Bivaks und darüber möchte ich mich sicher nicht beschweren, denn das Datenverschicken mit Sattelitenanlage aus Mauretanien war eher kein Zuckerschlecken.

Wir haben heute auch reichlich zu tun, denn neben Videoblog und Geschriebenem gilt es auch noch kleine Produktvideos für meinen Partner Nigrin zu produzieren (www.nigrin.de) und natürlich die neuesten Infos im Bivak aufzuschnappen.

Neues aus dem Bivak in Kürze:

·         Alfi Cox mit seinem deutschen Beifahrer Jürgen Schröder ist „back on track“ , nachdem er  bisher alle Tage der Dakar in den Top 13 beendet hatte und nur vorgestern mit Differentialproblemen zurückgefallen war, sind die beiden im Gesamtklassement mit einem erneuten 13. Rang gestern wieder auf Platz 24 vorgefahren.

·         Unser SMG Fahrer Benat Errandonea wird mit Motorschaden 30km vor Ende der gestrigen stage von einem T4 Renntruck eines befreundeten Teams ins Ziel gezogen. Die SMG Mechaniker werden den Motorkopf wechseln und hoffen, das Problem so in den Griff zu kriegen. (Ganzer Motor darf ja nicht gewechselt werden s.o.) Er wird immerhin noch 48. und liegt nun auf Platz 20

·         Um 9:37 vormittags sind erst 73 Fahrzeuge sowie 124 Motorräder in Ziel

·         Tina Meier, einzige deutsche Motorradfahrerin wird gestern 99. Und liegt auf Platz 91 Gesamt. Nach ihrer ersten Zielankunft 2010 ist das Überfahren der Zielrampe auch dieses Mal wieder das grosse Ziel. Der speed dafür stimmt. O-Ton an Checkpoint 4 auf der gestrigen stage (Trinkpause) :“Nächstes Jahr nehme ich ein Auto“

·         Annie Seel ist wieder beste Frau bei den Motorradfahrern und kämpft auf Platz 38 Gesamt. Sie zeigt uns im Bivak ihre lädierte Hand, die sie sich im vergangenen Jahr in Chile verletzt hatte und die nun nach einer entsprechenden Operation wieder dick ist und schmerzt. (Annie ist allerdings bekannt dafür äusserst hart gegen sich selbst zu sein, die Frau stoppt auch kein Handbruch im Ernstfall)

·         Stephan Schott nimmt die Zieldüne in Iquique mit verbrieften 189 Km/h und ist damit schneller als seine Profiteamkollegen Peterhansel und Co.

·         Auch gestern hat der Privatier im BMW Team allerdings wieder mit Problemen zu kämpfen. Ein Wagenheber löst sich. (kleine Anmerkung: wenn das auf der Rundstrecke passiert bedeutet das im Normalfall einen spektakulären Abflug), was zur Folge hat, dass er und sein Co ein Loch graben und das Ding einfach komplett ausbauen. Zeitverlust geschätzte 1:30. Doch damit nicht genug. Auch die Luftanlage ist ausser Betrieb und das bedeutet, dass nach den Dünenpassagen (in denen man natürlich mit deutlich geringerem Reifendruck fährt) kein Reifenaufpumpen möglich ist. Lösung: Die zwei Ersatzreifen, die noch normal befüllt sind werden aufgezogen und nach ein paar Kilometern vorsichtiger Fahrt durch steiniges Gelände werden die anderen beiden mit der Luftanlage eines auf der Strecke havarierten LKW´S wieder aufgepumpt.

·         Der gestrige Gewinner der Trucketappe, Ales Loprais auf Tatra wäre mit seiner Zeit im Feld der Rennautos 16. geworden. Der zur Zeit Führende Fridaus  Kabirov auf Kamaz würde im Gesamtklassement der Rennautos zur Zeit an 10. (!!!) Stelle liegen.

Soviel vom Restday. Morgen wird es mit den Infos extrem spät werden. Wir haben 700km im Service zu absolvieren, fahren ja immer auch an die Rennstrecke und können den blog erst gegen Abend verschicken. Dann noch die 4 Stunden Zeitverschiebung….da müsst ihr nachts den Computer anmachen um uns zu folgen….aber auf jeden Fall kommt gleich noch der Videoblog des heutigen Tages. Wir geben Gas für euch, versprochen.

Eure Ellen

Abends in Arica
07.01.2011

7. Januar 2011 abends

Abends in Arica

Wir quälen uns mal wieder mit einer irrsinnig langsamen Internetverbindung ab. Im Bivak 10 km ausserhalb der Grenzstadt Arica geht garnichts, deshalb fahren wir noch abends spät in die City um unseren Videoblog, diese Worte und ein paar Fotos übertragen zu könnnen. Arica gefällt mir persönlich bis jetzt von allen Städten in Chile, die ich während drei Südamerika Dakars sehen konnte am Besten.  Die Stadt pulsiert richtig. Mal sehen, wie das Ganze bei Tageslicht aussieht…aber bei Nacht ist richtig was los und es macht alles einen sehr sympathischen Eindruck. Immerhin 160.000 Menschen leben hier und irgendwie ist das so eine Stimmung von „Wir leben zwar am Ende der Welt aber wir lassen uns die Laune nicht verderben“.  In der Stadtmitte finden wir zwar einige WiFi Netze, zum Beispiel beim örtlichen Mc Donalds, die sind aber super langsam und für eine Videoübertragung nicht zu gebrauchen. Schlussendlich finden wir das Hotel Arica und das hat alles, was ein gutes Hotel braucht, inklusive freiem, schnellen Netz.

Von unserem Team gibt es heute leider nur gemischtes zu berichten. Matthias Kahle fährt auf einen tollen 13. Platz aber alle anderen hat`s mehr oder weniger rausgehauen. Aber der Reihe nach: Zunächst begann das Ungemach noch gestern, als Etienne Smulevici, mit 26 Dakar Starts der erfahrenste Veteran im Team, einen Schaden hat und mit einem Servicetruck über die Dünen abgeschleppt werden muss. Nicht einfach das Ganze. Ich erinnere mich an eine Abschleppaktion in Afrika 2006, nachts hinter dem Truck durch die Dünen…..das möchte ich ehrlich nicht nochmal mitmachen müssen. Man hat zwar kurze Abschleppseile dabei, da es ansonsten kein sicheres Überqueren des Dünenkamms geben kann, aber es ist immer eine sehr heikle Aktion. Und genau mein Horrorszenario in einer solchen Situation ist Etienne passiert. Er wird über einen Dünenkamm geschleppt, kommt unglücklich drüber und überschlägt sich hinter dem LKW. Der merkt das natürlich erstmal nicht und schleppt ihn noch ein ganzes Stück auf dem Dach weiter. Etienne ist heute Abend jedenfalls im Bivak, aber insgesamt  aus dem Rennen. Leider sieht es auch für Benat Errandonea nicht gut aus. Er hat wie es aussieht ca. 30 km vor dem Ziel einen Motorschaden erlitten und das heisst in Dakarsprache  „worst case“,  denn man darf wirklich alles wechseln, nicht aber den Motorblock. Und um dem Ganzen noch einen draufzusetzen ist auch ein weiterer Teamkollege bei SMG kurz vorm Ausscheiden. Ronan Chabot hat sich gestern überschlagen und quält sich heute als Folgeschaden mit grossem Ölverlust herum. Ich hoffe aber, dass er es noch schafft, denn die Teilnehmer müssen ja nur bis morgen um 18:00 Uhr ins Ziel kommen um im Rennen zu bleiben.

An der Spitze war es heute fü BMW und Peterhansel ein schlechter Tag in Bezug auf einen potentiellen Dakarsieg. Er verliert über 12 Minuten durch vier (!) Plattfüsse auf die beiden führenden VW. Peterhansels Stärke liegt zwar in den Dünen, insofern gibt es noch reichlich Möglichkeiten diesen Rückstand wieder aufzuholen, aber dennoch, rein psychologisch ist er nun in der Defensive.

Morgen, ist Restday. Tja schön wär`s, denn für uns wird das einer der arbeitsreichsten Dakartage, da wir einiges vorbereiten müssen für die kommenden Woche,  an denen wir richtig Kilometer fahren müssen und dadurch am Ende des Tages immer die Zeit ausgeht…

Viele  Grüsse aus der nördlichsten Stadt Chiles

Eure Ellen

 

Die Dakar bietet Spektakuläres in Chile
07.01.2011
Gestern Abend war Zeit, sich ein bisschen im Bivak umzuhören, um mehr über die kleinen Einzelschicksale der  Dakarteilnehmer zu erfahren. Es war auf jeden Fall ein durchaus schwieriger Tag. Das zeigt sich sogar in den Ergebnissen in der Spitze. Denn El Matador, Carlos Sainz, der Führende verliert vor dem ersten CP, dem ersten Checkpoint ,  glatte vier Minuten durch Navigationsfehler. Wir erinnern uns: am Ende der Dakar werden ein, zwei oder drei Minuten über Sieg oder Niederlage entscheiden….Entsprechend die Laune des amtierenden Siegers.  Journalisten gegenüber hatte er schon am Vorabend geäussert, lieber nicht als erster losfahren zu wollen, da es der Führende immer schwer hat in einem Terrain, in dem noch keine Spuren gelegt sind.

Weiter hinten lächelt man natürlich nur über einen Zeitverlust von  Minuten hier geht es eher um Stunden, oder um die Frage, überhaupt das Bivak zu erreichen. Gegen 10 Uhr abends sind genau 52 Autoteilnehmer im Ziel und 72 noch unterwegs. Von den Trucks und Motorrädern ganz zu schweigen.

Das bedeutet natürlich auch, dass die Ergebnisse im Mittelfeld gehörig durcheinander geworfen werden.

Am besten trifft es noch unsere Fahrer Kahle und Errandonea. Matthias fährt zwar bei einem Überholmanöver aus dem Staub heraus  in einen Graben und zerstört sich Teile der Frontaufhängung,  kommt aber trotzdem als Gesamt 15. ins Ziel, kurz vor Benat, der mit dem 16. Rang unser bestes Tagesergebnis einfährt.

Ein Loch oder ein Graben wird verschiedenen Teilnehmern zum Verhängnis, mit kleinen oder grösseren Folgen. Chicherit im Mini hängt nur kurz fest und wird von einem Teamkollegen im BMW schnell geborgen. Stephan Schott, der zweite deutsche Teilnehmer bei den Autos, fährt sich das komplette linke Vorderrad ab. Sein Beifahrer Holm Schmidt, der 2005 bei meiner ersten Dakar noch neben mir gesessen hat, braucht zweineinhalb Stunden für die Reparatur, inklusive Ersatzteilzulieferung  vom Servicerenntruck, der im Übrigen von Ex Mitsubishi Werksfahrerin Andrea Meyer gesteuert wird. Sie darf halten und mit ihren Mechanikerbeifahrern auch helfen, da zu diesem Zeitpunkt Stephane Peterhansel, der diese stage auch gewinnt, bereits im Ziel ist und sicher keine Hilfe mehr benötigen wird.  Sven Quand, Teamchef bei BMW, überlässt beim Thema Renntruck Hilfe eh nichts dem Zufall und hat gleich auch noch einen Renn-Kamaz angemietet. Die Dauersieger bei den LKW´s sind erfahrungsgemäss schneller als sehr viele Rennautos und darüberhinaus enorm zuverlässig.

Peterhansel rückt mit seinem Tagessieg dem Führenden Sainz wieder bis auf 2:30 Minuten in den Nacken. Das Führungstrio komplettiert wie gehabt Al Attiyah, obwohl der VW kurzfristig auf der Seite liegt (ich hoffe die Info stimmt….habe mit seinem Beifahrer Timo Gottschalk gesprochen, kann sich aber auch auf Mark Miller bezogen haben…)

Bei einem weiteren Frontrunner geht ein Unfall nicht so glimpflich aus. BMW Pilot Novitsky bricht sich die Hand. Dakar vorbei.  Auch Alfie Cox, mit seinem deutschen Beifahrer Jürgen Schröder hat Pech. Nach super Ergebnissen an den ersten Tagen, trifft er auf dieser Etappe einen Stein so unglücklich, dass sein hinteres Differential zu Bruch geht. Für die beiden wird es eine sehr, sehr späte Zielankunft.

Lucio Alvarez ist die Speerspitze bei den Subarus. Er etabliert sich in den Top 20 und wird auf dieser schwierigen Etappe 24. Gesamt. Leider sind die beiden anderen Subaru Starter out of race.

Marco Bulacia, der für Subaru Bolivien gestartet ist, fliegt nach Hause, da sein Vater verstorben ist. Unser Beileid gilt ihm und seiner Familie. Sargo Alejandro wird von Getriebeproblemen eingebremst und wird wohl nicht weiterfahren können.

Die heutige Etappe hat es wieder in sich. Dementsprechend wird vom Veranstalter die Freigabe ausgegeben, dass jeder, der einen Tag später bis 18:00 das Ziel erreicht im Rennen bleiben wird. Morgen ist eigentlich Restday in Arica, im äussersten Norden Chiles, aber im Ernstfall kann dieser Tag eben auch als Renntag genutzt werden.

Wir werden in unserm Forester Arica sicher heute erreichen…J

Bis später

Eure Ellen

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06.01.2011

...nur mal zur Sicherheit

....falls mal wieder alle Internezugangansmoeglichkeiten ausfallen.....
Wir sind heute zum Start der stage gefahren, da dieser nur 36 km vom Bivak entfernt ist, ist er entsprechend leicht zu erreichen.
Natuerlich hat sich das rumgesprochen und es stehen entsprechend viele Zuschauer vor Ort. Nach der gestrigen Nullnummer was
Uebertragung von Fotos und Videos angeht, sitzen wir heute in einem echten Internetkaffee!! Nun muss alles raus. Der Blog von gestern,
alle Fotos und natuerlich die Videos. So haben wir sicherheitshalber unseren heutigen Videoblog direkt beim Start produziert, damit wir eine reele Chance haben
den verlorenen Infotag wieder aufzuholen.
Deshalb auch der Sicherheitsblog an dieser Stelle. Wer weiss, was noch kommt. Gestern sassen wir jedenfalls mit unseren Stirnlampen im Media Zelt um zu arbeiten.

In diesem Sinne: vielleicht bis spáeter....vielleicht auch nicht. :-)
Eure
Ellen 

Ein langer Tag
05.01.2011
Heute konnten wir auf der Serviceroute ein echtes Highlight erleben. Die erste Andenüberquerung. Die Etappen sind für Rennfahrer und den Service gleichermassenungefähr 700 km lang, für die Rennteilnehmer davon allerdings nur etwas über 200km stage. Da der Service am Morgen das Bivak erst nach dem letzten Teilnehmer verlassen darf, haben wir zwar einen relativ gemütlichen Tagesbeginn. Das ist aber rein zeitlich ausgedrückt, da es ab 8:00 morgens schüttet wie aus Kübeln. Innerhalb kurzer Zeit ist das Bivak überschwemmt. Da macht es nicht wirklich Spass sein Zelt zusammenzufalten…

Der Tag selbst ist sicher einer der aufregensten was die optischen Eindrücke angeht. Unglaublich schöne Landschaften als wir den Paso de Jama nehmen um über die Anden nach Chile zu kommen. Hinter jeder Kurve eine neue Farbe, eine Veränderung der Umgebung, einfach atemberaubend. 

Wir halten nach ca. 300 km an um nochmal Sprit mitzunehmen. Das Problem ist, dass die Trucks der Dakar öfters mal eine Tankstelle leertanken. Deshalb fahren wir in dieser Gegend wann immer möglich ein Tankstelle an, sicher ist sicher. 

Der höchste Punkt dieses Passes liegt bei 4.836 m.  An der Grenzstation hat man ein mobiles Krankenhaus eingerichtet, da die Erfahrung aus den vergangenen Jahren gezeigt hat, dass es das ein oder andere mal zu gesundheitlichen Problemen gekommen ist. Kein Wunder, bei dieser Höhe wird die Luft extrem dünn.  Dementsprechend liegen einige Journalisten und Mechaniker kurzzeitig an Sauerstoffgeräten. Wir haben uns zur Blutverdünnung mit zwei Aspirin „gedopt“, aber ich muss gestehen, ich habe zeitweise doppelt gesehen.

Das Bivak erreichen wir erst am Abend.  Es liegt bereits am Rande der Atacama Wüste und ist in erster Linie staubig (nicht nett: nasses Zelt vom Morgen + Staub am Abend = Ugaahh).  Ich sitze im (unbeleuchteten, da Stromausfall) Mediazelt und bedauere, dass ich euch nicht alle Fotos und Videos des heutigen Tages schicken kann, aber das wären sicher mindestens hundert Fotos und Minuten.

Was den heutigen Renntag angeht habe ich folgende Infos für euch: Sainz bleibt vorne und nimmt den Verfolgern Al Attiyah und Peterhansel 50 Sekunden respektive 1:22 Minute ab. Kahle kommt als 16. an. Unser Fahrer Errandonea auf 25. mit leichten Problemen gegen Ende der stage, „Schotti“ wird 20. Einzige grosse news: Robby Gordon ist out! Er hat mit Bremsproblemen aufgegeben. Nachdem er ja schon am zweiten Tag weit hinten gelandet war, ist dies also der unerfolgreichsteDakarauftritt des Amerikaners. Ob vorne oder im Mittelfeld, die Positionen verändern sich zur Zeit ansonsten nicht viel, jeder fährt in seinem Rahmen der Möglichkeiten und will auf jeden Fall grösseres Ungemach vermeiden. Das wird sich spätestens in der Atacama ändern.  Da sehen wir dann schon eher, wie der weitere Verlauf dieses Rennens aussehen könnte, denn wie auch bei allen Afrika Ausgaben zuvor, entscheidet sich die Dakar im Sand.

Morgen fahren wir wieder an die Strecke, bis dann.

Eure Ellen

 

Ps: sorry fuer die verspaetung von einem  tag....kein netz weiit und breit. Jetzt versuchen wir die videos durchzubekommen....drueckt die daumen

Der erste harte Tag
04.01.2011
Heute sind wir zum Ziel der stage gefahren, um einmal verschwitzte Gesichter zu fotografieren und emotionale Äusserungen von den Piloten einzufangen , wie es im Rennen gelaufen ist.  Dabei haben wir noch Olaf dabei, einen Kameramann unseres Teams,  der sich um bewegte Bilder für Matthias Kahle kümmert.

Zunächst haben wir allerdings noch ein kleines Problemchen zu lösen, das sich im Verlauf des Vormittags als grössere Herausforderung darstellt. Wir brauchen Geld.  Bei den ersten beiden Banken, die wir in Tucuman noch frohgemut anfahren,  gibt es kein Geld mehr im Geldautomaten.  Da es hier aber  ausschliesslich diese  Banco Tucuman Gruppe  zu geben scheint, schwindet unser Optimismus, es pünklich in Ziel zu schaffen, rapide.  Als wir unsere Wünsche aber mir drei  Worten spanisch (ich kann für solche Fälle das Wort Effectivo=Bargeld wärmstens für den Reisewortschatz empfehlen) mitteilen, kommen wir schnell auf den Trichter, dass das eigentliche Zentrum Tucumans noch nicht erreicht ist. Dementsprechend fahren wir noch ein paar Quadras (Blocks) und staunen nicht schlecht, wie gross die City tatsächlich ist und vor allen Dingen, wie viele Menschen hier an einem Dienstag Vormittag so unterwegs sind. Diese Menschenmenge stellt sich dann für unser Anliegen auch als deutlich zeitverzögernd heraus. Es stehen unvorstellbare Schlangen vor  den Banken und Geldautomaten und zwar vor absolut jeder Bank. Keine Ahnung warum. Wir schaffen es schliesslich in 1 Stunde 45 Minuten bei drei verschiedenen Banken mit drei verschiedenen Kreditkarten genügend Vorrat für eine kreditkartenfreie Reise durch Chile abzuheben.

Um 15:40 sollen nach Plan die Rennautos im Ziel sein. Wir schaffen es knapp, nur um dann einige Stunden zu warten. Die Autos brauchen deutlich länger als gedacht und unsere Fahrer haben heute mit Problemen zu kämpfen. Matthias Kahle beklagt drei Reifenschäden. Das ist zwar grundsätzlich kein Problem, aber wenn man nur zwei Ersatzräder dabei hat schon…Nun kommt unser Fahrer  Benat Errandonea ins Spiel. Er spendet Matthias seinen letzten Reifen. Ein echter teamplayer. Ich bin stolz, dass wir Benat begleiten, das hätten nicht viele gemacht, zumal Matthias und er ja eigentlich echte Konkurrenten sind.

An der Spitze nur VW und BMW, wie erwartet.  Heute ist keine Buggy Strecke. Viele enge Kurven im Wald, anfangs 60km weicher Fech Fech Sand, also alles in allem eher Allrad Terrain. Im Ergebnis bedeutet das, Al Attiah gewinnt die stage, Sainz wird zweiter, Peterhansel dritter. Alle nur im Minutentakt auseinander. Man ahnt, wenn nichts besonderes passiert, wird auch diese Dakar wieder in Minuten oder sogar in Sekunden entschieden. Kahle beendet den Tag als 34. Benat als 26. und Stephan  Schott durch Probleme mit der Servolenkung und dem Scheibenwischer eingebremst kommt als 29. an.

Erfreuliches aus der Sicht von Subaru: der Argentinier Alvarez hält die pace und wird 25. des Tages.

Morgen wird für alle eine besondere Etappe, denn es gibt die erste Andenüberquerung. Rauf auf 4.300m Höhe und natürlich gilt es den Grenzübergang nach Chile zu bewältigen. Zollformalitäten werden bereits heute im Bivak erledigt, ich denke aber mal, dass die ganze Fahrt den gesamten Tag in Anspruch nehmen wird, wir also wieder erst gegen Abend, also europäischer Nachtzeit, unsere Fotos und Videos übertragen können.

In diesem Sinne, schlaft gut

Eure Ellen

Bis jetzt „alles beim Alten“
03.01.2011
Am Ende des zweiten Wettbewerbstages sieht die Ergebnisliste bei den Autos aus wie erwartet. Sainz baut seinen Vorsprung minimal aus. Al Attiayh bleibt ihm dicht auf den Fersen und Peterhansel komplettiert das Führungstrio.  Einziger Ausreisser in der Spitzengruppe: Publikumsliebling Robby Gordon fährt zwischen Checkpoint zwei  und drei auf einen Stein und büsst für diesen Unfall, mit Platz 47 und 55 Minuten Rückstand ordentlich.  Sein Ziel endlich die Dakar zu gewinnen, kann er für dieses Jahr eigentlich schon wieder vergessen. Chicherit im Mini-BMW hat heute keine Probleme (gestern warf ihn eine gebrochene Bremsscheibe zurück) und wird siebter.  Die Deutschen liegen mit den Plätzen 13 – Kahle und 25 – Schott ebenfalls im Soll.

Unser Fahrer, Benat Errandonea, im SMG Prototypen wird 19. Mit viel Glück, denn direkt nach dem Ende der stage geht ihm der Sprit aus.  Wir müssen nun natürlich herausfinden, wie es zu diesem Fehler kommen konnte. Das darf eigentlich nicht passieren, aber Fehler sind menschlich, und in diesem Fall ist alles positiv ausgegangen. Nicht auszudenken allerdings, wenn das auf der Wertungsrpüfung passiert wäre. Das ist dann eine Sache, die einen u.U. Stunden kostet, bis man sich von einem schnellen T4 Hilfstruck Diesel besorgt hat. Ich sage nur: uff, das ist im Endeffekt genau das Fortune, das man haben muss, um eine Dakar erfolgreich durchfahren zu können.

Aus Subaru Sicht folgen wir natürlich auch den drei Prototypen, die von einem argentinischen Team aufgebaut sind und von zwei Argentinier und einem Bolivianer gefahren werden.  Sie beenden den Tag auf den Plätzen 22, 28 und 29. Dabei gab es nur einen Heckschaden durch Baum zu berichten, ansonsten eine geschlossene Teamleistung.

Die Piste selbst war heute in erster Linie staubig, eine typische Rallyepiste, bei der die Beifahrer genauestens die Abzweige beachten müssen, ansonsten aber noch keine grossen Herausforderungen gewartet haben.  Morgen sieht das Ganze schon ein bisschen anders aus.  Die erste lange Etappe wartet. 500 km und das über oftmals steinige Pisten, allerdings mit einer Erholungsphase in der Mitte. Dort geht es 150 km über Asphalt, die Zeit zählt dort nicht. Erstmals wird auch die Luft ein wenig dünner. Die Rallye fährt sich bis auf eine Höhe von 3.400 m.

Nachdem wir heute auf der Serviceroute ordentlich Kilometer machen mussten (unter anderem natürlich auch wegen eines „Umwegs“  zur Rennstrecke), freuen wir uns auf eine kurze Strecke für den morgigen Tag. Hier in Tucuman ist bisher übrigens das grösste Bivak auf gebaut. Damit meine ich nicht die Platzverhältnisse im Hippodrom, in dem wir unsere Zelte aufstellen, sondern die Menschenmenge und das Drumherum des Veranstalters. Viel Applaus, viel Begeisterung ein „Streckensprecher“ der jeden Ankommenden feiert, als hätte er den Dakarsieger vor sich und entsprechend Stop and Go bei der Einfahrt ins Bivak um durch die Zuschauer hindurchzukommen, von denen einen jeder Einzelne kurz nochmal abklatschen will.

Müde Grüsse und bis Morgen

Eure Ellen

Die Dakar nimmt Fahrt auf
02.01.2011

Tag zwei der Rallye und endlich gibt es competition.  Zwar besteht auch der heutige Tag hauptsächlich aus Verbindungsetappe, es sind nur 222 km echte Wertungsprüfungskilometer  zu absolvieren, aber natürlich geht es bei den Spitzenfahrern von Anfang an darum Zeichen zu setzen. Insofern sieht es ziemlich gut aus für Vorjahressieger Carlos Sainz. El Matador beendet diese erste Etappe mit einer Minute Vorsprung. Auch ansonsten scheint es , als ob sich die Kämpfe vom Vorjahr wiederholen könnten. Die Plätze zwei  und drei gehen an Peterhansel  im BMW und Al Attiah ,den Vojahreszweiten; im VW wie Sainz. Alle anderen bringen sich in Position. So finden wir Robby  Gordon auf acht, den deutschen Rallyemeister Matthias Kahle auf 15 und den zweiten deutschen Starter bei den Automobilen, Stephan Schott (erstmals im Werks BMW) auf Position 28 wieder.

Matthias Kahle fährt  für das französische SMG Team, das wir in unserem Subaru Forester Presseauto ebenfalls begleiten. Wir kümmern uns allerdings in der Hauptsache um Benat Errandonea,  einen Dakar Veteranen, den ich ja bereits im Vorjahr  unterstützt habe. Benat kommt als 22. ins Ziel, also alles im Plan.  Im Gegensatz zu Matthias Kahle hat er über keinerlei Probleme zu berichten. Matthias meldet sich gleich nach Beendigung der stage. Er hat Probleme mit der Bremse, glücklicherweise erst nach der Zieldurchfahrt. Er und sein Beifahrer dürfen heute also schon mal die Schrauberhandschuhe anziehen, um das Bivak zu erreichen.

Auch ein anderer , dessen Auftritt man mit Spannung erwartet hat, hat mit Problemen zu kämpfen. Guerlain Chicherit erstmals im Mini unterwegs (allerdings mit ausgereifter BMW Technik) kommt nach anfänglichem achten Zwischenrang als 31. In Ziel. Aber immerhin er kommt….die Vorbereitungszeit für dieses Projekt kann man durchaus als minimal bezeichnen, insofern ist diese Leistung zunächst mal nicht schlecht.

Auf der Serviceroute, die uns heute von Victoria nach Cordoba geführt hat, zeigt sich wieder einmal, mit welch grosser Begeisterung die Rallye in Südamerika willkommen geheissen wird. An jeder Kreuzung,  in jedem Örtchen, einfach überall stehen Zuschauer und jubeln.  Wenn man auf der Route tanken muss, stehen immer Menschen um einen herum um Fragen zu stellen, Suerte „Glück“ zu wünschen oder Fotos zu schiessen.  Die Dakar wird hier mit ganzer südamerikanischer Herzlichkeit und Begeisterungsfähigkeit geliebt.  Das fühlt sich gut an.

Das Bivak in Cordoba ist im Übrigen das erste wirkliche Dakar Bivak für uns. Bisher gab es nur die Luxus Ausführung eines Bivaks , mit weissen  Tischdecken  und warmen Duschen in einem Vergnügungspark. Jetzt haben wir sie endlich wieder….die harten Holzbänke im Mediacenter und die usseligen Duschen inklusive Mottenbefall. Herrlich. Die Dakar hat begonnen!

Bis Morgen

Eure Ellen

 

 

Die Dakar macht sich auf den Weg
01.01.2011

Es geht gemütlich los am 1. Januar in Buenos Aires.  Erst gegen Nachmittag machen sich die ersten Motorräder auf den Weg. Danach alle Autos und zuletzt die Teilnehmer in den Renntrucks. Es sind zwar schon eine Menge Zuschauer da, schon bei der Ausfahrt aus dem Parc Ferme, jedoch beschliessen wir uns auch den Podiumsstart am Obelisken, also in der City anzusehen, wo inzwischen die Hölle los ist.  Dort ist seit dem Vormittag alles abgesperrt, aber mit einem Presseauto kommt man tatsächlich überall durch.

Besonders warten wir natürlich auf Robby Gordon. Zwar ist es inzwischen keine Überraschung mehr, dass er seine Dakar mit einem Sprung über das Podium eröffnet…aber man sieht es doch immer wieder gerne! Und….tatsächlich er hat es wieder getan und das sogar zweimal, nachdem er mit seinem ersten Sprung nicht ganz zufrieden war, ging der Rückwärtsgang rein und es gab einen gigantischen zweiten jump zur Freude der Zuschauer.

Wir haben beschlossen, dass wir nochmal die Annehmlickeiten einer Hotellobby in Anspruch nehmen um unsere ersten Fotos, Videos etc noch vor Ort zu bearbeiten und wegzuschicken. Das kostet uns zwar ein bisschen Zeit, da Frank unser Kameramann so nicht die Fahrtzeit zum Bivak nutzen kann um die Videos zu schneiden, aber auf der anderen Seite ist es eben doch angenehmer bei einem netten Kaltgetränk zu arbeiten als in einem staubigen Mediacenter unter Zeltplanen. Im Fernsehen läuft derweil der Start der Dakar live und so kriegen wir selbst hier im Hotel noch genügend von der tollen Atmosphäre in Buenos Aires City mit.

Morgen geht`s nun endlich los. Bis dahin

Ellen

Der Tag vor dem Start.
31.12.2010
31. 12. Buenos Aires. Wir sind bereits seit drei Tagen vor Ort und das waren drei ziemlich arbeitsreiche Tage. Nix mit Liegestuhl und Sonnenschein. Okay, Sonne gibt es satt, Temperaturen sind mit 30Grad Celsius ebenfalls in Ordnung, aber Sonnenschein kriegen wir nicht viel ab, da wir ausschliesslich mit administrativem beschäftigt sind.

Im Klartext heisst das, dass wir bei Subaru Argentinien ein Fahrzeug abholen um unser eigentliches Presseauto von der 150km enfernten Fähre holen zu können. Auch mit einem Presseauto muss man dann (fast) die normale (Tor)tour durch alle Papierchecks und technischen Kontrollen absolvieren. Da kann man locker einen ganzen Tag einplanen. Wir benötigen eineinhalb, da unser Fotograf Frank erst spät am 30. zu uns stösst und wir nochmals vorstellig werden müssen. Ansonsten aber klappt das Prozedere einwandfrei. Dementsprechend geht es heute Abend auch relativ entspannt zum Neujahrsessen in die neuen Docks im Herzen Buenos Aires.

Was die allgemeinen Vorbereitungen zum Dakarstart angeht, so läuft alles seinen normalen Gang. Volkswagen ist mit über 80 Fahrzeugen grösstes Team. BMW hat mit Neusponsor Monster Energy einen ähnlichen Partner wie VW und Robby Gordon setzt noch einen drauf und hat sich für den verlorenen Energydrink Sponsor einen neuen gesucht, ebenfalls aus der Brausebranche. Wir werden also am Ende ziemlich sicher einen Energydrink Hersteller auf dem Siegerfahrzeug sehen, fragt sich nur welchen.....

Morgen gehts dann endlich richtig los, mit dem offiziellen Start in der City von BA, allerdings geht der Dakartross seinen ersten Einsatztag ruhig an. Mehr als eine 380 km Verbindungsetappe ins erste Bivak steht zunächst nicht an. Erst am Ende des zweiten Januar wird es also echtes racing zu berichten geben.

So oder so, ich halte euch auf dem Laufenden
Felize Navidad
Ellen
 
   
 
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