| | Rennberichte -> DAKAR 2010  | 18.01.2010 ...at the finish of the Dakar
So ihr Lieben, dies wird mein letzter Eintrag zur Dakar 2010.
Sainz hat also die Dakar gewonnen, ich nehme mal an, dass dies in der Marketingabteilung von VW kräftig gefeiert wurde. Sainz ist aus Vermarktungssicht sicher der „bessere“ Sieger. Der mehrfache Rallyeweltmeister ist im spanisch sprechenden Raum ein Nationalheld. Al Attiyah dagegen eher noc h ein unbeschriebenes Blatt, obwohl der Katari beeindruckende Erfolge z.B. in MIddle East vorweisen kann. Er hat aber auch noch Zeit. Sein Dakarsieg wird kommen, da bin ich mir sicher.
Es war eine Dakar, die von den Werks-und Semiwerks und Exwerks- Autos bestimmt wurde und zwar massiv. Keinem anderen gelang es diesmal echte Highlights zu setzen. Auch die Buggies, obwohl wir uns mit dem Team SMG sehr über den Sieg in dieser ebenfalls hartumkämpften Kategorie freuen, konnten nicht wirklich mithalten. Robby Gordon, im vergangenen Jahr noch dritter Gesamt….diesmal für seine Verhältnisse unter `ferner liefen`. Trotzdem wurde es am Ende eine unglaublich spannende und packende Dakar und das haben wir den beiden oben genannten Protagonisten zu verdanken, die wirklich und ehrlich mit Haken und Ösen bis zur Schlussetappe gekämpft haben.
Die Ausfallquote 2010 enorm. Oft kommt die Diskussion im Biwak auf , warum in diesem Jahr nur rund 30 % der Teilnehmer bei Trucks und Autos ins Ziel kommen. Viele, viele bleiben sprichwörtlich auf der Strecke. Zu kleine Budgets für eine ordentliche Vorbereitung und dazu eine diesmal perfekte Routenplanung (wir erinnern uns: im vergangenen Jahr wurde oft gekürzt oder annuliert, was vielen Teilnehmern die eigentlich schon aus der Wertung gewesen wären geholfen hat weiterzumachen), lassen die Dakar 2010 im Ergebnis hart erscheinen.
Im Vergleich dazu die Ausfallquote durch technischen Defekt bei den Werksautos 0%. Hängen bleiben nur Roma und Neves, jeweils durch Unfall.
Die Dakar hat sich verändert, angepasst. Für die Werke ist Südamerika natürlich ein viel wichtigerer Businessraum als alle Länder Afrikas zusammengenommen. Das merkt man auch in der Umsetzung des Rennens. VW präsentiert seinen neuen Pick Up während der Dakar mit 75 Begleitfahrzeugen und dazu 25 Mechanikern, die sich nur um diese Fahrzeuge kümmern, mit der eigentlichen Rallye nichts zu tun haben. In den Biwaks werden teilweise Eintrittskarten für Events verkauft und man kommt sich ein wenig wie ein Tiger im Zoo vor. Unter Beobachtung. Es gibt sicher viele, die sich nach ein bisschen afrikanischer Einsamkeit sehnen. Ich gehöre durchaus auch dazu. So hege ich auch die Hoffnung, dass die Dakar 2011 wieder in Afrika stattfinden wird. Man spricht von Tunesien, Libyen und Ägypten. Aber, da gehen die Interessen wohl auseinander. Vielleicht wird es einen Wechsel zwischen Südamerika und Afrika geben? Man weiss es noch nicht. Aber eines steht fest, so oder so: die Dakar begeistert Menschenmassen. Unglaubliche Massen. Die Dakar ist ein Mythos, egal wo sie stattfindet und egal wie sie sich verändert und weiterentwickelt.
Ich will endlich wieder als Rennfahrerin dabei sein! 2011.
Eure Ellen
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 | 16.01.2010 ...at the finish in Buenos Aires
…and the winner is…
…bisher noch niemand. Wir stehen am Ziel der Dakar und schlagen uns durch. Motiviert durch die Tatsache, dass wir nahe einer grossen Strasse parken und Telefonempfang haben, gebe ich euch schonmal ein kurzes update.
Mit Durschlagen meine ich das passieren der Polizeikontrollen. Das ist trotz Presseauto und Ausweisen schwierig, da die Strassen fast alle gesperrt sind, und das ausschliesslich, um die Menschenmengen umzuleiten und zu verteilen, die sich hier eingefunden haben. Schon den ganzen Tag, die ganzen vergangenen 300 Km sieht man wieder begeisterte Leute, die die Strassen säumen. Nur um mal eine Zahl zu nennen, in La Serena dem vorletzten Biwak, hatten sich in der Stadt und am Bivakeingang 150.000 Menschen eingefunden um die Teilnehmer zu begrüssen und hier sind es mit Sicherheit mehr! Das sind einfach Zustände, die man sich in Europa und speziell in Deutschland gar nicht vorstellen kann. Die Dakar ist ein Ereignis, ein Menschenauflauf, eine Begeisterungsmaschine, da kann man alles was wir zu Hause an Motorsportveranstaltungen kennen gegen in die Pfeife rauchen (sorry für die laxe Ausdrucksweise, so sagt man das als Rheydter Mädchen).
Auf keinen Fall kann sich im Biwak einer an eine Dakar erinnern, die so knapp entschieden wurde. Normalerweise heisst es am letzten Tag immer nur durchrollen, sowie bei derTour de nFrance am letzten Tag der Führende nicht mehr überholt wird. Diese Gesetze si nd heute ausser Kraft gesetzt. Ergebnis (noch) offen.
Ellen, I be back later today! |
 | 15.01.2010 Breaking News
Wir fahren in die Pampa, genau genommen in die Provincia de la Pampa. Heute ein Muss: das Ziel der stage. Wer hier an der vorletzten Etappe als erster durchs Ziel geht, da sind sich alle einig, wird höchstwahrscheinlich der Sieger der Dakar 2010 sein. Realistisch betrachtet kommen eh nur noch zwei Fahrer in Frage: Sainz und Al Attiyah beide auf Volkswagen. Zweitgenannter mit deutschem Beifahrer. Al Attiyah liegt nur 5 Minuten hinter Sainz, der heute als erster startet. Er sollte „El Matador“ also mindestens rund 7-8 Minuten abnehmen, um die Nase vorn zu haben. Morgen geht es nämlich immer nur Vollgas voran, da wird (abgesehen von möglichen technischen Defekten oder Unfällen) nichts mehr geschehen. Allerdings war es auf dieser Dakar so, dass oftmals der Weg frei gefahren werden musste…der Sieger des Vortages, also jeweils erste Starter am Tag danach hat bisher keine stage gewonnen, sonder meist um die zwei Minuten auf den entsprechenden Sieger verloren. Al Attiyah muss heute also alles geben. Wie auch immer, es bleibt spannend für uns. Ich werde in diesem Blog auf jeden Fall noch in diesem Eintrag davon berichten, was sich hier im Ziel so abgespielt hat auf den vorderen Plätzen. Erwartete Zielankunft in 20 Minuten….
Berichten möchte ich noch von unserem Schwesterauto, abwechselnd pilotiert von den Collegas Claus von AMS und Dave dem Fotografen. Sie zeichnen sich durch forsche Adaptierung des südamerikanischen Fahrstils aus, gemischt mit einer genügend grossen Portion Selbstbewusstsein. Nachdem Dave in Chile herzhaft ein Carabinieri Fahrzeug angehupt hat, der ihn seiner Meinung nach geschnitten hat, gab es danach eine ca 15 minütige „Zwangspause“ am Strassenrand , bei der uns die Bedeutung des Wortes` Tribunal` klargemacht wurde. Nichtsdestotrotz schreckt Kollege Claus nicht davor zurück, uns brav vor sich hinfahrenden Rennfahrerinnen heute forsch vor einer Polizeikontrolle über einen doppelt durchgezogenen Streifen zu überholen….um kurz darauf die Bedeutung eben dieses Verkehrsmerkmals von einer netten Polizistin erklärt zu bekommen. Tja, nennen wir es „Kontakt mit Einheimischen aufnehmen“. Ich bin gespannt, was Kollege Sascha von der Autobild uns dahingehend noch bieten wird. Ich sehe Dave nach Punkten noch klar vorne….
Apropos Sascha, der durfte gestern auf dem Auto von Philippe Gache eine Testfahrt im Gelände absolvieren. Ich würde mal sagen, er war zufrieden…..lest einfach mehr in seinem Blog auf Autobild.
WOW WOW WOW, das war der absolute Knaller, total grossartig, unzensiert und der Beweis dafür, dass es bei Volkswagen keine Stallregie gibt. Wir stehen am Ziel und warten gespannt, da kommt der erste VW, aus der Ferne nicht zu erkennen, welcher der beiden Kontrahenten es ist. Dann wird klar, es ist Al Attiyah. Die Menge jubelt. Klarer Fanvorteil für den Katari (der im Übrigen supersymphatisch ist). Er steigt aus und ist offensichtlich sauer, keine richtige Freude über den Sieg. Dann wird klar warum. Sainz kommt, nur knapp hinter ihm (also hat Sainz nur rund drei Minuten verloren) steigt aus und stürmt auf den Teamkollegen los. Noch mit Helm auf dem Kopf gibt es eine Menge Diskussion und beim Spanier den erhobenen Zeigefinger. Al Attiyah äussert sich danach eindeutig. Sainz solle lernen, wie man das Sentinel benutzt (reagiert ab 150m Abstand und signalisiert ein kommendes Überholmanöver). Er sei Zick Zack gefahren um ihn, AL Attiyah ja nicht vorbeizulassen. Sein ruhiger Co, Timo Gottschalk betätigt: „wir sind lange aufgehalten worden“. Al Attiyah ist Sainz schlussendlich auf s Heck gefahren, wie auf der Rundstrecke, um vorbeizukommen. Ich denke mal, dass das Mega Ego von Sainz damit nicht gut klargekommen ist…im Zielankunftsbereich überholt Sainz wortlos und macht sich ohne Interview davon.
Nun bleibt es also doch noch richtig spannend und von Durchrollen kann für die beiden bei der letzten Etappe keine Rede sein. Wir sollten uns Morgen wieder im Ziel platzieren….Vielleicht ist am Ende auch Mark Miller der lachende Dritte?! Ich halte euch auf dem Laufenden.
Eure Ellen
Update... Drückt die Daumen, wir wollen den Pokal !
Was ich ganz vergessen hatte: seit gestern führen wir mit unserm Team SMG die Buggywertung an, nachdem Henrard mit Problemen deutlich zurückgefallen ist. Eradonnea nun auf dem Weg zum Klassensieg. Drückt die Daumen, wir wollen den Pokal!
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 | 14.01.2010 San Juan > San Rafael
Heute machen wir uns früh auf, um rechtzeitig am Start zu sein. Noch bevor das erste Auto loslegt, drehen wir den nächsten Videoblog. Stefano wird ihn später im Auto schneiden so dass wir ihn bei Ankunft im Biwak verschicken können (die Zeitumstellung nervt, dadurch kommt das meiste immer erst abends bei euch an).
Am Start dann überraschend Internetzugang, so dass ich diesen Blog direkt vor Ort schreibe. Es wird auf jeden Fall ein extrem staubiger und damit körperlich harter Tag für alle Teilnehmer. Der Start ist zwar „eingenässt“, damit zumindest die Zeitnehmer nicht so leiden müssen, aber wirklich helfen tut selbst diese Massnahme nicht.
Chicherit geht heute, als Tagessieger von gestern, als erster in die Prüfung und legt erstmal einen Riesendrift in der ersten Kurve hin. Die Strecke also nicht nur staubig sondern auch sehr rollig. Das heisst, dass kleine Steine auf der Oberfläche liegen, die erstmal weggefahren werden müssen, damit ein bisschen mehr Grip entsteht. Unter Umständen ein kleiner Nachteil heute für die Vornefahrenden, denn ab dem vierten Fahrzeug geht`s in dem Eck schon deutlich ruhiger zu. Nichtsdestotrotz winkt mir Dirk von Zitzewitz, der Beifahrer von Villiers genau in diesem Drift nochmal entspannt zu.
In der voicemail habe ich euch vom Start erzählt, dass VW und BMW mit einer Art Rammschutz vor den Kühlern fahren. Tina Thörner, Co von Chicherit, sagt mir, dass es auch darum geht, mit einem recht feinen Netz das ebenfalls feine Grass davon abzuhalten die Kühler zuzusetzen. (Erfahrung mit sowas hat sie ja aus dem Vorjahr, als sie mit einem Temperaturproblem am BMW , in Führung liegend, aufgeben musste).
Unsere Verbindungsetappe wird heute eher unspannend. Wir wollen nun so schnell wie möglich ins Biwak oder eine nahegelegene Stadt, um euch dann per schneller Telefonleitung und Internetconnection noch heute mit allen news auf dem laufenden zu halten.
Bis gleich,
Eure Ellen
Nachtrag zum Blog von heute Morgen: San Juan > San Rafael
Wir kommen nachmittags in San Raphael an und langsam wird es, was die Zuschauermassen angeht wieder beschwerlich….beschwerlich, da wir ja, immer auf der Suche nach einer schnellen Internetconnection, auch in die Städte fahren und das bedeutet heute , dass wir uns dreimal durch die Menge kämpfen müssen.
Zunächst heisst es nämlich ins Biwak um die Medicals zu besuchen. Jörg hat sich heute Morgen im weichen Sand am Start den Fuss umgeknickt und der ist ziemlich schnell ziemlich dick geworden. Diagnose dann auch: Bänderriss. Da lässt sich jetzt vor Ort bis auf tapen, salben und kühlen auch nichts mehr machen. Jörg also ab sofort humpelnd.
Ich fahre dann alleine raus und sitzte jetzt in einem Hotel, beschäftige mich hauptsächlich damit, Fotos zu verschicken und mal auf meine Facebookseite zu schauen.
Im Biwak macht sich so langsam Partystimmung breit. Bei allen, die noch im Rennen sind und den Teams dann sowieso. Der Veranstalter hat grosse Boxen aufgebaut, am Biwakeingang wird jeder ankommende Teilnehmer frenetisch von einem Moderator und dem Publikum begrüsst und das ganze Gelände wird mit Musik beschallt. Bei 35 Grad Aussentemperatur geht’s allen gut.
Bis Morgen, der letzten Etappe, auf der es zur Sache geht.
Eure Ellen
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 | 13.01.2010 Nach der Auszeit kommt der Stress
Eigentlich ist es für alle Rennteilnehmer genauso wie für uns auf der Serviceroute. Ein kleiner „Ausrutscher“ und es kommt Dicke. Wenn du in Wertung mitfährst ist es das Übelste, mit einem technischen Defekt auszuscheiden. Man weiss dann eigentlich nie, ob man es zurück in den Servicetross schafft, oder ob man sich völlig alleine in der Pampa zum Boot nach Buenos Aires durschlagen muss (ungleich schwieriger das Ganze natürlich in Afrika….versucht mal ein mit Motorschaden liebengebliebenes Rennauto aus Düne 145 in Mauretanien zurück auf eine normale Strasse zu bringen…ganz zu schweigen davon zurück nach Hause). Auf alle Fälle bedeutet es Stress.
Okay….dagegen ist unser Stress natürlich nichts…aber heute knistert es ein wenig menschlich in unserer R-Klasse. Wir musste die beiden R-Klassen vor dem Zoll wieder zusammenbringen…und wenn man sich dann nicht direkt findet, kommts schonmal zu kleinen Verstimmungen. Egal, jetzt gerade sitzen wir auf 3.000 Meter Höhe und haben Internet!! Das wird natürlich ausgenutzt und später im Biwak gibt es dann noch einen Eintrag. Gleich geht es für uns noch am Aconcagua vorbei, dem gefährlichsten Berg der Welt. Warum? Weil er zwar der höchste Berg Amerikas ist, aber quasi auch als Touristentour angeboten wird. Dabei überschätzen sich einige und so kommt es immer wieder zu schweren Zwischenfällen.
Aber keine Sorge, für uns ist heute kein Aufstieg geplant…
Bis später,
Eure Ellen |
 | 12.01.2010 Santiago de Chile in der Hotellobby
Arbeiten unter erschwerten Bedingungen… in der Hotellobby dröhnt Samba Musik.
Richtig gelesen, wir gönnen uns eine kleine Auszeit und eine heisse Dusche in der 40km vom Biwak entfernten City der Hauptstadt.
Am Morgen fahren wir noch kurz zum Start der stage, der ist nämlich nur 200m von der Autobahn entfernt. Ja, wieder richtig gelesen. Die heutige Verbindungsetappe führt uns über 550 km (mehr oder weniger) Autobahn. Inklusive Mautgebühren und Tankstellen im Abstand von je 140 Kilometern, was uns nach den kleinen „hoffentlich reicht der Sprit und die nächste Tankstelle hat noch Super im Angebot“-Abenteuern aus den Vortagen geradezu verschwenderisch erscheint. Wobei ich an dieser Stelle eine Lanze brechen muss für unsere R-Klasse. Der Spritverbrauch (und wir sind mit ca. 27 Tonnen Equipment beladen) liegt laut Bordcomputer bei 13,8 Liter auf den bisher bewältigten knapp 6.000 km. Das Portemonnaie ist zufrieden.
Am Start fotografieren wir hauptsächlich die Trucks. Auch bei denen hat bereits der grosse Schwund eingesetzt. Wir diskutieren, woran es wohl liegen mag, dass in diesem Jahr bereits zur Rennmitte soviele Teilnehmer ausgeschieden sind und kommen zu dem Ergebnis, dass es wohl auch was mit den kleineren Budgets und der damit einhergehenden schlechteren Vorbereitung zu tun hat und nicht nur mit schwierigen Strecken… die gab es in der Vergangenheit auch.
Um zum Hotel zu finden, cruisen wir ziemlich lange durch die Stadt, was aber insofern egal ist, als dass wir dadurch bereits eine Menge zu sehen bekommen. So gibt es ganz streng voneinander getrennt Viertel. Im einen gibt es ausschliesslich Autoersatzteile. (Und was für welche! Man fragt sich wer wohl eine verbeulte Heckklappe eines Fiat 600 oder ähnliches gebrauchen kann…) In einem anderen Viertel haben sich die Baumärkte niedergelassen und so weiter. Wie in ganz Chile ist auch Santiago im Um- oder Aufbruch. Absolute Baracken dominieren als Wohnhäuser, aber es gibt auch zahlreiche Neubauten und Hochhäuser in denen Wohnungen zum Verkauf angeboten werden.
Heute Abend jedenfalls, werden wir das Nachtleben der Hauptstadt erkunden… ich werde berichten.
Eure Ellen
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 | 11.01.2010 Copiapo > La Serena
Heute schreibe ich euch mal vor dem Start der eigentlichen Stage von Copiapo nach La Serena. Warum? Weil es heute erst extrem spät losgeht. Mit der Erfahrung aus dem Vorjahr, da gab`s hier dicken Nebel , hat man beschlossen einfach direkt ein wenig später zu beginnen. Das bedeutet ein bisschen Verschnaufen für die Teilnehmer, denn die gestrige Etappe hat sich als wirklich hart herausgestellt. So ist das oft. Auf dem Papier nicht allzu schwer, stellt sich das Geläuf auf der Stage dann als absolut schwierig und im gestrigen Fall als zermürbend heraus. Steine, Mondlanschaft, Plattfüsse und Aufhängungsschäden bestimmen den Tag. Insgesamt sind inzwischen weit über die Hälfte aller Teilnehmer ausgeschieden. Die Dakar zeigt sich von ihre harten Seite:
Etienne, unser Toyota Fahrer im Team, der eingeteilt ist, im Ernstfall den Buggies zu helfen (das war auch schon vor dem Ausfall des Unimogs so gedacht-bei den Renntrucks übrigens auch das grosse Motorenschlachten…der Unimog ist bei weitem kein Einzelfall), hat gestern selbst Probleme. Reifenschäden und nicht genug eigene Ersatzreifen (er hat ja auch die Buggyreifen an Bord) zwingen in zu ungewöhnlichen Massnahmen. 11 Kilometer vor dem Ziel muss er Einheimische finden, die ihm helfen. Etienne hat inzwischen 27 Dakars auf dem Buckel (davon 19 im Ziel) und ist krisenerprobt. Er findet Leute, die ihm helfen und ist morgens um 6 im Bivak. Immer noch fröhlich. Immer noch nicht müde. Der Man ist ein Phänomän. Wenn er durchs Fahrerlager schleicht, denkt man, dass man diesen älteren Herren doch am besten ein bisschen stützen sollte… .aber kaum im Rennauto, wirkt er 20 jahre jünger. (meine Rede… Rennfahren hält –zumindet geistig- jung).
Heute die Stage ist wegen des späten Starts verkürzt worden. Dass heisst im Klartext, fast nur Sand und Dünen…die Ersatzteileversorger freuts…
Ergebnisse gibt’s am Ende des Tages in der voicemail.
Viel Spass, eure Ellenälfte der Teilnehmer ausgescheiden Hälfte hhhhh
Nachtrag zum Blog der Stage 9
Hurra, die Dakar bietet endlich auch mir ein paar Minuten im Rennauto. Philipp Gaches Buggy begleitet uns ja seit seinem Ausfall (Beifahrer nach Unfall mit Prellungen) auf der Serviceroute. Er hat aber auch die Erlaubnis zu Testzwecken die Rennstrecken zu befahren (wenn man schonmal da ist..) und heute nimmt er mich für eine halbe Stunde mit ins Gelände. Ich kenne das Auto ja von den Testfahrten in Frankreich, aber es ist trotzdem extrem schön nun während des Rennens auch mal ein bisschen Sand im Buggy zu schlucken…
Das Auto ist die von Philippe versprochene Granate. Ein Gewinner. Wir bedauern gemeinsam, dass es so schnell mit dem Renneinsatz vorbei war. Aber was solls, die Dakar ist in erster Linie nunmal darauf angelegt die Teilnehmer scheitern zu lassen.
Wir machen uns nun gemütlich auf den Weg… Ergebnisse und News, wie schon geschrieben auf der Voicemail.
Gruss, eure Ellen |
 | 11.01.2010 Antofagasta > Copiapo
Der Tag beginnt kühl. Ich denke noch, es wäre doch schön, wenn die Duschen heute mal ausnahmsweise nicht ganz so kalt wären, da stellt sich heraus, dass dies ein frommer Wunsch war. Es gibt nämlich mal wieder überhaupt kein Wasser mehr. Also nochmal die Afrika-Wasserflaschen-Variante.
Am Abend zuvor gab es für mich einen geradezu meditativen Moment. Das Biwak leerer als normal, da sich viele ins Hotel verdrückt haben, ruhiger ist es auch am Ende des für alle arbeitsreichen Restdays, der Sternenhimmel klar. Da überkommt es mich, wie Franz Beckenbauer auf dem Spielfeld nach dem WM Sieg…tiefe Freude hier dabei zu sein. Und das sichere Gefühl, dass diese Rallye auch in Zukunft für mich eine Rolle spielen wird (natürlich am liebsten im Rennauto).
Auf der Serviceroute am heutigen Tag wird die Landschaft nach weiteren etlichen Kilometern Richtung Süden endlich ein wenig abwechslungsreicher. Es mischt sich vereinzelt ein bisschen grün ins braune Einerlei. Ich lasse zwischendurch Stefano ans Steuer und höre auf dem I Pod Verdi. Passt irgendwie gut zu dieser Mond- Landschaft. Wurde hier nicht auch die Mondlandung für s Fernsehen gefakt?
Heute Abend gibt es dann ein Wiedersehen mit Thomas, der immer noch in Copiapo festsitzt und auf Ersatzteile für den Motor wartet. Dank äusserst hilfreicher Anrufe aus dem Werk Wörth, ist der örtliche Mercedes Händler sogar bereit sonntags zu arbeiten und so geht es eingermassen voran. Trotzdem, für Thomas auf dem Unimog wird die weitere Dakar ein Abenteuer bleiben. Schafft er es auf Achse zurück nach Buenos Aires auf die Fähre, oder nicht. Es bleibt auf jeden Fall spannend. Ich drücke die Daumen.
Im heutigen Biwak angekommen, beschliessen wir in die Dünen zum Ziel der stage zu fahren. Keine einfache Aufgabe für die R-Klassen, schliesslich sieht es hier fast so aus, wie für die Rennfahrer den ganzen Tag: spitze Steine im Sand, Piste und Fesch-Fesch (also der staubfeine Sand), der in jede Ritze kriecht und äusserst weich ist.
Und so muss ich auch gestehen….der hintere Unterfahrschutz an meiner R-Klasse hatte einen harten Arbeitstag…
In diesem Sinne, morgen wird der R zur Belohnung gewaschen. Bis dahin.
Eure Ellen
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 | 09.01.2010 Wir geniessen unseren Aufenthalt in Chile. Mit schneller Internetconnection und ein bisschen Sightseeing inklusive Shopping Mall und Strandbesuch. Hach, das Leben eines Dakarjournalisten kann so hart sein….
Antofagasta selbst ist wie ganz Chile (zumindest der Norden, den wir zur Zeit noch befahren) sehr gegensätzlich. Die Hauptstrassen wirklich okay, die Shopping Mall international, aber wehe man fährt mal ein kleines Stückchen Richtung Hauptdüne (genau wie Iquique ist Antofagsta von einer grossen Düne umgeben) dann wird es doch recht slummässig. Hier dominiert Wellblech. Nichstdestotrotz ist auch hier das Strandleben bunt und Dave unser Fotograf ist motiviert seine Füsse im Pazifik zu baden. Ist gar nicht so kalt wie vermutet (angeblich…)
Als wir das Biwak heute morgen gemütlich gegen 10 Uhr verlassen, kommt uns ein chinesischer Teilnehmer entgegen. Der hatte offensichtlich einen Überschlag hingelegt und schleppt sich aus der Etappe vom Vortag nun endlich ins Biwak. Gleich hinter ihm kommt noch einer der RennLKW die letzte Düne vor dem Ziel heruntergefahren. Eine Sonderregelung zum Restday erlaubt es den Teilnehmern bis zum Abend um 18:00 Uhr im Ziel zu stempeln, ohne aus der Wertung zu fallen. Insgesamt ist das Teilnehmerfeld inzwischen sehr deutlich dezimiert. Insgesamt noch 75 Autos im Rennen gegenüber 60 ausgefallenen.
Claus Mühlberger erzählt uns ins gemütlicher Kaffee Runde, dass es von irgendeiner chilenischen Linksradikalengruppe Bombendrohungen gegeben hat. Und tatsächlich: vor zwei Tagen, als wir an CP 3 fotografieren gab`s eine Riesenexplosion in der Nähe. Wir hatten uns noch gewundert, ob hier wohl in einem Bergwerk gesprengt wird, oder was wohl los sei. Nun denken wir mal, dass das dann wohl ein Versuch war….Angst haben wir aber überhaupt keine, das kommt einem dann doch irgendwie sehr surreal vor.
Morgen geht’s dann zweiten mal nach Copiapo ins Wüstenbivak.
Bis dahin, eure Ellen |
 | 08.01.2010 Iquique, das chilenische Ibiza
Gestern Ziel der Stage und Biwak in Iquique, eine der nördlichsten Städte in Chile. Die Fahrt dorthin nicht besonders abwechslungsreich, aber dennoch spannend. Wir wählen die Ruta 5, die parallel zur eigentlichen Serviceroute verläuft und sind damit an verschiedenen Stellen ganz nah an der Rennstrecke. In Iquique dann erwartet uns Strandleben a la Ibiza. Buden, Menschen, Musik und viel Buntes am Strand. Ein paar wenige gute Hotels zeugen davon, dass es auch in Chile wohlhabende Menschen gibt. Die meisten Unterkünfte erinnern dann aber doch an sozialistische Pappbauten. Der Stimmung tut das aber keinen Abbruch und obwohl der Pazifik saukalt ist, sind doch ziemlich viele Leute im Wasser zu finden. Um Urlauber in den Norden zu locken ist Iquique zollfreie Zone. Kleines Beispiel?! Meine neuen Strandschlappen gab´s für zwei Euro.
Heute auf dem Weg zurück nach Antofagasta wählen wir dann den offiziellen Weg und fahren immer am Meer entlang. An einer besonders schönen Stelle, beschliessen wir, dem Endurance Test der R-Klassen wieder mal ein paar Offroad Kilometer hinzuzufügen. Die Bilder begeistern Stefano unseren Kameramann genau so wie Dave, den Fotografen….Dave stellt mir dann auch ein paar Ergebnisse seiner Arbeit für die Galerie zur Verfügung. Danke schön! eure Ellen |
 | 07.01.2010 Erste Tag in Chilie
Heute Nacht war es zum ersten Mal richtig kühl. Also lange Hosen, -die lagen bisher ganz unten in der Tasche. Hatte ich gestern eigentlich geschrieben, dass im vergangenen Jahr Copiapo mein Lieblingsbivak gewesen ist?? Ich muss mich revidieren. Kalte Duschen sind bei 40 Grad Aussentemperatur ja noch angenehm, aber wenn man eh schon fröstelt… bbrrr noch dazu bin ich doch eine echte Warmduscherin. Dafür werden wir heute aber mit einem superschönen Dakarfeeling Bivak in Antofagasta belohnt. Zunächst mal sind bei der Einfahrt in die Stadt wieder einige Menschen auf der Strasse, auch wenn die Begeisterung nicht mit der argentinischen zu vergleichen ist. Dann kann man in einem Hotel anhalten und mit dem schnellsten Internetzugang der bisherigen Route endlich mal viele Fotots am Stück verschicken und dann ist das wüstenähnliche Bivak (wir geniessen W erksfahrer hier natürlich im Hotel untergebracht… vielleicht stimmt das mit der Warmduscherin ja doch nicht. Muss nochmal drüber nachdenken)…
Die 600 km Fahrt hierher waren heute allerdings anstrengend. Der Veranstalter legt für den Service eine allgemeine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h fest. Das heisst also auf schier endlosen langen Geraden Asphaltstrassen aden Tempomat rein und die Landschaft geniessen… aber eben auch ja nicht müde werden. Kann passieren bei den langen Tagen auf der Dakar. Da die Landdschaft zwar spektakulär aber nicht abwechslungsreich ist… lass ich mich heute lso nochmal auf den letzten 200km am Steuer ablösen. Ein paar kleine Ahamomente haben wir dann aber doch noch, da wir zwischendurch eine Tankmöglichkeit nicht wahrgenommen haben… an der nächsten Tankstelle 20km vor dem Biwak ist aber glücklicherweise nur der Diesel alle. Wir haben also kein Problem unseren 80L zu befülle. (wir hatten ja noch drei Liter… kein Problem also..:-)
Unterwegs treffen wir den dritten Fahrer im Team von Robby Gordon, bereits aus dem Rennen und nun mit dem Rennauto auf der Serviceroute unterwegs. Der Chilene freut sich von uns fotografiert zu werden… und nimmt kurzfristig und spektakulär die Strecke neben dem Asphalt. Kleine OffROad Einlage für die Presse a la Robby Gordon. Love it!
Im Biwak angekommen geht der erste Weg immer zu den Computern um zu checken, wie es gerade auf der Strecke läuft. Dabei gibt es dann keine guten Nachrichten: Thomas steht nur 17 km von Copiapo entfernt. Es stellt sich heraus, dass er unserem russischen Buggyfahrer noch geholfen hat, (abgebrochen Radmuttern), um dann mit Motorproblemen aus der Prüfung raus zu müssen. Wenn er die Reparaturnicht schafft, ist er out of race…. sieht nicht gut aus.
Erfreuliches aber von Benoit Errandonea unserer neuen Speerspitze im Team. Er beendet die Etappe auf dem 18. Platz und ist jetzt im Gesamt schon 15. Wollen wir nur hoffen, dass er in den nächsten Tagen nicht die Hilfe des Unimogs benötigt.
Wie sagt Stefano unser Fotograf immer: Das Universum entscheidet!
In diesem Sinne, bis Morgen
Eure Ellen
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 | 07.01.2010 Presseroute entlang der special stage
Heute begann der Tag sehr trocken…..kein Wasser in den (Plastik)duschen. Ich treffe eine französische Journalistenkollegin, die das Problem auf die „wir sind in einem Biwak in Afrika und da funktioniert eh nie was, also brauchen wir einfallsreiche Lösungen“ - Art löst: acht kleine Wasserflaschen aus der täglichen Wasserration über den Kopf. Mache ich nach…klappt prima und ist auch nicht kälter, als das normale Duschwasser. Das Ganze nach einer eher unruhigen Nacht. Ich wache auf; denke ich habe verschlafen; packe meine Duschsachen; gehe los; wundere mich , dass es noch so dunkel ist, sehe aber Jörg, der im gleichen Augenblick aus seinem Zelt kriecht und denke, dann stimmt das wohl doch mit dem Aufstehen. Leider war Jörg aber nur auf dem Weg auf die (Dixi)Toilette….habs dann aber doch noch gemerkt, dass es erst 2 Uhr morgens war. Trotzdem…die Müdigkeit zieht sich durch den Tag.
Der Tag heute bedeutet für uns dann viel Arbeit, da es eine Möglichkeit gibt, quasi parallel zur Rennstrecke zu fahren. Was mit zwei Kameraleuten an Bord bedeutet: „ Wow super Ellen, lass uns kurz hier anhalten….“….ne Menge Standzeit also auf den über 500 km Strecke. Das heisst späte Ankunft im Biwak und Endeffektlich heute leider kein Videoblog. Der ist zwar abgedreht, aber den kann ich leider erst Morgen versenden, da er noch nicht geschnitten ist. Das ärgert die kleine Perfektionistin in mir natürlich sehr….
Neuigkeiten von Thomas gibt es dann auch noch. Er hat inzwischen die Mercedes Niederlassung in Copiapo erreicht und hat seinen Unimog an der Star Diagnose hängen. Mal schauen, was nun der genaue Ausfallgrund war. Ich halte euch auf dem Laufenden. Gebraucht wurde der Unimog heute von den beiden SMG Buggies, die wir begleiten nicht. Glücklicherweise. Obwohl das natürlich auch bedeutet, dass das die erste Etappe gewesen wäre, auf der Thomas mal uneingeschränkt Gas hätte geben können, da wird sich der Rennfahrer Wallenwein natürlich ärgern. Errandonea und Solovyev beenden die heutige Etappe auf den Plätzen 19 und 37 und sind damit im Gesamtklassement auf Position 15 und 27. Wir sind sehr zufrieden.
So kann es weitergehen.
Eure Ellen
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 | 05.01.2010 morgens im Biwak
Heute also die erste Andenüberquerung, alle freuen sich, denn das bedeutet auch auf der Serviceroute spektakuläre Landschaften. Unser Unimog hat es inmitten der Nacht ins Biwak geschafft. Grossartige Leistung angesichts der teilweise richtig hohen Dünen für die man am besten viel Power unter der Haube hat.
Philippe Gache ist gestern auf unserem SMG Buggie zwar als 20. Ins Ziel gekommen, aber so richtig konnte er auch am dritten Tag nicht zeigen, was in seiner Neukonstruktion steckt. Er hatte unterwegs ein kleines Elektrikproblem und damit eine Stunde verloren. Mit anderen Worten, wenn alles mal gut läuft, sollte er in der Lage sein, eine stage zu gewinnen!!!
Philippe hat übrigens den Unfall von Nani Roma, der sich bei seinem zweiten Überschlag auf dieser Dakar die Hand gebrochen hat und damit out of race ist, genau gesehen. Er sagt, dass es reines Glück war; dass er selbst sich nicht auch überschlagen hat an dieser Stelle. Hintergrund war, dass ein Teilnehmer im Sand feststeckte und Roma sich eine eigene Spur gesucht hat….der dann auch Philippe gefolgt ist. Nur war hinter einer vermeintlichen Ausweich-Düne kein Sand, sondern ein 20m Abgrund. „Das Rennen war in dem Moment vorbei….ich habe nur noch versucht nicht in Roma reinzufahren, der auf dem Dach lag. Aber wie durch ein Wunder hat mein Buggie den Abgrund gemeistert und das ohne weitere Blessuren“ so Philipp. Womit wieder einmal bewiesen wäre, dass man bei diesem Rennen ohne das Quentchen fortune nicht ins Ziel kommt.
Ich melde mich Morgen wieder, da wir erst spät am Abend im nächsten (Wüsten)Biwak ankommen werden und dann ist es bei euch ja bereits mitten in der Nacht.
In diesem Sinne. Schlaft gut.
Eure Ellen
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 | 05.01.2010 to Fiambala
Es wird sandig. Für die Teilnehmer auf der Strecke und für alle die im Biwak in diesem Nest Fiambala arbeiten.
Nest, genau. Unheimlich freundliche Menschen, wie überall in Argentinien, aber wirklich harte Lebensbedingungen. Wie im letzten Jahr fegt der Sand durch die Stadt und insbesondere durch unseren ungeschützten Lagerplatz. Kaum das Zelt aufgebaut, hat man auch in seinem Schlafplatz eine dicke Schicht feiner, brauner Erde. Der Schlafsack, die Computertastatur, die Augen (besonders die Augen) alles mit einer Sandschicht bedeckt. Wenn der Wind fegt, fühlt sich das bei knapp 40 Grad Aussentemperatur an wie feine Nadelstiche. Auf jeden Fall braucht es kein peeling mehr.
Für die Fahrer und Beifahrer war die Etappe hart. Auf dem Papier noch nicht mal zu erahnen, hatte es die stage mehr als in sich. Zwar gab es zum Eingewöhnen nur dreissig Kilometer Dünen und Sand, aber die entpuppten sich als sehr, sehr steil und herausfordernd.
Herausfordernd auch unser Biwak. Der erste Mitsubishi steckt schon kurz nach der Einfahrt. Der Sand tief und weich. Ich habe aber glücklicherweise eine relativ feste Stelle auf Steinen gefunden und parke nun mit der R-Klasse nicht direkt beim Team sondern 100m entfernt.
Heute Nacht wird es für uns wohl keine Abkühlung geben. Gestern Nacht waren es um Mitternacht noch 32 Grad und heute ist es eher wärmer als in La Rioja. Aber will ich mich darüber beschweren? Nein! Jeiner unserer Fahrer aus dem Tam SMG ist im Ziel auf dem elften Platz. Das wäre natürlich ein Riesenerfolg, aber es kommen ja noch ein paar Leute, die schnell sind, aber wegen Problemen am gestrigen Tage hinten starten mussten. Der Unimog ist um kurz vor fünf Ortszeit noch nicht durch den ersten Checkpoint . Das mit den hohen Dünen wird hart für Thomas, denn da fehlt unserem wendigen Unimog ein bisschen die Kletterpower…
Leider habe ich meine Skibrille vergessen (warum nur?) deshalb morgen wohl mit geschwollenen Augen über den San Francisco Pass nach Chile.
Bis dahin, viele sandige Grüsse
Ellens |
 | 03.01.2010 Hallo zusammen, heute meld ich mich direkt von der stage.
Gerade ist Thomas mit dem Rennunimog durchgekommen und hat bis zu unserem Zuschauerpunkt bereits 3 Plätze gutgemacht. Hierher ging es nur über eine Piste mit teilweise üblem Schlamm. Aber wieder kein Problem für unsere Luxuspressegefährte. Die Stimmung vor Ort ist immer noch unglaublich; tausende Menschen stehen hier in teilweise heftigen Regengüssen und jubeln wirklich jedem Teilnehmer mit gleichbleibendem Enthusiasmus zu.
Die Renntrecke ist dabei garnichtmal so schlecht wie gedacht. Klar ist sie an einigen Stellen tief ausgefahren und weich, aber dafür gibt es auch keinerlei Staub und der war ja im vergangenen Jahr die grosse Herausforderung für die Fahrer und Beifahrer.
Wir kehren jetzt mit unseren R-Klassen auf die normale Serviceroute zurück und haben noch 300 km bis zum Bivak in La Rioja. Werden dort gegen Abend eintreffen.
Eine Anmerkung noch zu Land und Leuten: Warum gibt es an den Esso und Shell Stationen fast immer gute Shops und sogar freies WiFi….aber die Toiletten sind unfassbar unterirdisch ekelhaft. Und zwar immer….quasi als Geschäftsprinzip. Rätsel über Rätsel. Naja, immerhin gibt es überhaupt genügend Tankstellen. Übermorgen soll es au einer Strecke von ca 700 km keine Möglichkeit geben. Mal sehen wie wir das mit unseren Benzinern hinkriegen….
Bis morgen.
Eure Ellen
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 | 02.01.2010 Menschen, Menschen, Menschen
An dieser Stelle ein kleiner Nachtrag zum 1. Januar. Der Veranstalter sprach im Vorfeld des Starts von rund 2 Millionen Zuschauern auf der Strecke Colon-Cordoba. Das fanden wir alle dann in der Ansage ein bisschen übertrieben. Nach der Fahrt jedoch steht fest: das hat gestimmt. Definitiv. Argentinien goes wild. Unglaubliche Menschenmassen. Nie aufhörende Menschenmassen., und alle immer freundlich und begeistert. Auch wenn dadurch (jeder will die Autos anfassen und dir die Hand schütteln) die 300km Anfangsverbindungsetappe gefühlte 10 Stunden dauert….es macht Spass, wenn man wiedermal erkennt, dass das was man da tut, auch bei anderen Begeisterung weckt.
Die Teilnehmer konnten es heute Morgen noch recht gelassen angehen. Das erste Auto startete erst um 6:30. Dann direkt die Nachricht, dass die erste stage wegen Überschwemmungen verkürzt werden musste.
Wie die Ergebnisse des ersten Tages am Ende aussehen, erfahrt ihr dann später in meiner voicemail.
Wir machen uns jetzt auf den Weg von einer Shell Tankstelle mit WIFI (Luxus) zum noch 200km entfernten neuen Start der stage.
Später schreibe ich euch noch was. Bis dahin.
Ellen
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 | 01.01.2010 Zunächst mal ein frohes neues Jahr euch allen ! Wir haben gestern sehr nett in Buenos Aires gefeiert. Da wir keine Restaurantreservierung gemacht hatten, bedeutete das allerdings erstmal eine Stunde rumlaufen um eine Location zu finden, in der nicht alle Plätze reserviert waren. Untergekommen sind wir dann an einem der schönsten Plätze in BA um den Jahreswechsel zu begehen. Den neuen Docks. Man schaut aufs Wasser, isst gut und kann ab Mitternacht zu südamerikanischen Klängen unter freiem Himmel tanzen. Sehr nett….
Davor lag aber für uns alle nochmals ein sehr arbeitsreicher Tag: die Technische und Dokumentenabnahme. Nimmt so ziemlich den gesamten Tag in Anspruch. Bis man von sieben Leuten (ich betreue ja nur die beiden R-Klasse Presseautos) alle Papiere zusammen hat….uff. Kleines Beispiel gefällig?! Wir mussten lange nach der Akkreditierung unserer chinesischen Kamerafrau suchen…eh wir sie bei ihren Kollegen von CCTV gefunden haben. In deren Hotel!!
Der letzte Schritt bei der Abnahme ist dann klassischer Weise das Aufkleben der Startnummern und der Veranstalterwerbung (macht die Organisation für einen) . Kommentar eines Spaniers an dieser Station zu unserer R-Klasse: „Oh una casa“. Stimmt wohl, der R und unsere Zelte werden nun in den nächsten 16 Tagen unser Heim sein….
Heute nachmittag gibt es im Übrigen nur den showstart im Zentrum und dann eine Verbindungsetappe von 300 km. Also ein sehr softer Beginn für alle Beteiligten.
In diesem Sinne, Morgen gibt es wieder was auf Video. Die aktuellsten news immer auf der voicemail.
I keep you informed!
Eure Ellen
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 | 30.12.2009 Hallo zusammen, ich freue mich, dass ihr mich wieder bei der Dakar begleitet. Ein Jahr ist es her, dass die härteste Rallye der Welt von Afrika nach Argentinien umgesiedelt ist und es kommt mir so vor, als ob ich gestern erst hier in Buenos Aires gewesen bin um die Dakar auf einem Presseauto zu begleiten. Tja, leider hat es nicht geklappt, mit dem Einsatz im Rennauto, aber diese Rallye ist mir so ins Blut gegangen, dass ich auch einer Tour im Presseauto genug abgewinnen kann, um dabei sein zu wollen. Noch dazu, wenn man das mit Abstand luxuriöseste Fahrzeug im Feld hat. Eine eigentlich nur leicht modifizierte R-Klasse von Mercedes. Nachdem wir im Vorjahr für die Serviceroute noch eine G-Modell gewählt hatten, versuchen wir es nunmehr mit einem allradgetriebenen R mit Off Road Bereifung, Unterfahrschutz vorne und hinten, Feuerlöschanlage, Stromanschluss (für die mobile Satellitenanlage) und jeder Menge Platz für Journalistenbeine und Material.
Mit bei mir an Bord sind Jörg Sand, ein Off Road Veteran der, seinem Namen alle Ehre machend, äusserst dünen und pistenerprobt ist. Stefano Levi ein italienischer Journalistenfreund sowie Frau Xu eine chinesische Kamerafrau, die für das Staatsfernsehen CCTV arbeitet. Eine recht bunte Truppe würde ich mal sagen und bin sehr gespannt auf den Sprachenmix in unserem Auto. Auf einer zweiten R-Klasse haben wir dann noch drei deutsche Journalisten an Bord. Der/die letzte die hier in Buenos Aires zu uns stossen wird ist am letzten Tag nim Jahr Frau Xu, so dass wir beschlossen haben, die technische Abnahme der Fahrzeuge-Papierabnahme etc. erst am 31. mit allen gemeinsam zu erledigen. Genug zu tun gab es allerdings bis jetzt schon reichlich. Alle Fahrzeuge, also auch die Rennautos des Teams, das wir begleiten (SMG-Philippe Gache), unseren von Mercedes zur Verfügung gestellten und wieder von meinem Rallye Teamchef Thomas Wallenwein gefahrenen Race Unimog und alle Begleitfahrzeuge mussten von der ca. 120 km von BA entfernten Fähre abgeholt werden. Dann wurde im Assistance Park das erstemal alles aufgebaut und natürlich die üblichen last minute Arbeiten erledigt. Dazu gehören Beklebung, Umladung (Unimog Ersatzteile auf die Actros Begleittrucks – Teile/Reifen für die drei Rennbuggies auf den Unimog, der wieder als Fast Service im Einsatz ist etc). Der Assistance Park ist wie bereits im Vorjahr auf dem Universitätsgelände. Ein unglaublich grosser Bereich mitten in Buenos Aires, der so gross ist, dass es hier eine universitätseigene Busverbindung gibt. Also Platz genug für die vielen Hundert Dakarfahrzeuge…
Beim Auffinden des Serviceparks zeigt sich der Vorteil der Wiederkehr. Im letzten Jahr quasi unauffindbar, hatten wir die vergangenen Tage keinerlei Probleme den Eingang des Geländes zu finden. Berittene Polizei „schützt“ den Service, wobei das so nicht ganz stimmt, denn eigentlich flanieren die Polizisten nur durchs Fahrerlager, stehen für Fotos zur Verfügung, (hinterlassen „Glücks“pferdeäpfel) und tauschen, wenn man pfiffig ist wie Thomas, Teamkappen gegen offizielle Abzeichen ihrer Uniformen.Mir geht es in diesem Jahr so, dass ich sofort wieder viel vom Spirit dieser 12 Millionen Stadt aufnehmen kann, da sich die Bilder natürlich im Vergleich zum Vorjahr ähneln. Das Miteinander zwischen modernsten Hochhäusern und den ( sehr geordneten ) Slums am Fusse der Autobahn durch die Stadt. Die vielen streunenden Hunde, die aber irgendwie ordentlich zu überleben scheinen. Die „Mülltonnen“, die aus höhergelegten Eisenkörben bestehen. Höhergelegt, damit die erwähnten Hunde nicht daran kommen. Einfach ein Lebensgefühl bei 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit, das dann wohl das südamerikanische ausmacht…Was unser Team auf der Dakar alles erlebt und auch allgemeine Informationen per Videoblog könnt ihr ab jetzt täglich auf meiner Seite verfolgen. Schaut bitte auch auf nigrin.de, da gibt’s ein paar Produktvideos von der Dakar und zusätzliche Infos.
Bis Morgen
Ellen
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