Rally DAKAR 2012
Ellen Lohr 25 Years of Racing
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Rennberichte -> 24h von Fronteira in Portugal
Raceblog / 24h von Fronteira in Portugal / #5
28.11.2010
Sonntag 28. November

Es ist vollbracht. Komme gerade mit meinen Teamkollegen vom Podium im Ziel. Zwar ist das Ergebnis, 41., bescheiden, aber wir haben unser Baby über die Runden gebracht.

Aber erst mal im Einzelnen. Es war eine ereignisreiche Nacht für uns. Nach dem dann doch fälligen Getriebewechsel, der uns natürlich am meisten Zeit gekostet hat, kamen in der Nacht noch zwei gebrochene Antriebswellen vorne rechts und eine gebrochene Kardanwelle vorne hinzu. Bis auf das Getriebe eigentlich okay, denn der Kurs war ab Mitte des Rennens so ausgefahren, das war einfach nur noch materialmordend.

Während des heutigen Tages nutzte ich meine rennfreie Zeit, um mir die Strecke von außen anzuschauen. Das feeling ist exakt das Gleiche wie bei den 24h am Ring. Viele Zuschauer, Zelte, tausend Lagerfeuer. Einige haben ihre Sofas vor die Zelte gestellt, einer hat einen Hahn dabei, wofür auch immer…die Zuschauer sind einfach cool drauf.

Insgesamt war das Rennen auf jeden Fall ein riesen Spaß. Wirklich einzigartig. Ich wüsste nicht, wo man das sonst noch kriegen kann. Einen tollen Off Road Track, aber auch die Möglichkeit zu überholen, sich Gegner zurechtzulegen, zu taktieren und sei n  Rundstreckenwissen in einer Rallye umzusetzen?!

Chris und ich beschließen, wir kommen auf jeden Fall  wieder!

Zum Schluss noch ein kleiner Tipp für alle Potugalreisenden, bzw die, die in Mailverkehr mit einem Portugiesen stehen. Ich hätte wegen Unwissenheit nämlich fast meinen „Job“ hier verloren.

Schreibe niemals unter eine Mail das englische cu (see you) das heißt auf Portugiesisch nämlich Ar….

Hier waren aber alle äußerst nett. Keine “cu`s” am Start.

Viele Grüsse und bis zur Dakar

Ellen
Raceblog / 24h von Fronteira in Portugal / #4
27.11.2010
Samstag 27. Race

So, der Start war schon mal Mist. Bin nicht vom Fleck gekommen und nach 300m hatte ich keinen dritten Gang mehr. Der Gang der, wie es dann immer so ist, der wichtigste ist und am häufigsten genutzt wird.  Dementsprechend war die erste Runde dann auch nicht so erquicklich. Den Weg zur Box hätte ich mir allerdings auch sparen können, da das Ersatzgetriebe  noch nicht fertig montiert war…..wir erinnern uns:  Derselbe Getriebeschaden hatte uns ja schon im Training ausser Gefecht gesetzt.

Hat dann aber im Endeffekt nicht so arg gestört. Mir sind auch mit der Quasi-Automatik (fast alles im 4. Gang) gute Rundenzeiten gelungen und gegen Ende meines turns waren wir schon wieder 29.

Da hat es auch nicht gestört, dass ich nach zwei Runden entdeckt habe, dass ich nur mit Hinterradantrieb gefahren bin.  Deshalb auch der schlechte Start!  Ich habe mich dann aber entschieden, alles so zu lassen, denn zum umschalten auf Allrad muss man kurz stehenbleiben, dafür lief es dann aber zu gut.

Gegen Ende meines turns dann aber Geräusche. Um zu checken ob es irgendwas mit den Differentialen zu tun haben könnte halte ich dann doch kurz an um und lege den Hebel für den Allrad um. Hat aber nichts genützt, also Box. Dort stellen wir fest, dass es nur der hintere Stabi war, der sich gelöst hatte. Halb so wild. Chris steigt ein und findet sich direkt super zurecht. Leider nur zwei Runden, dann kommt der Anruf von der Strecke, nichts geht mehr. Das Auto wird an die Box geschleppt und wir stellen fest: die Hauptwelle des Getriebes ist  gebrochen. Also doch Getriebewechsel, nachdem wir uns vorher noch ausgerechnet hatten, dass ein Durchfahren ohne dritten Gang einen geringeren Zeitverlust über die Gesamtzeit gibt, als der Wechsel. Bruno ist nach der Reparatur als nächster dran und endlich läuft`s problemlos Mal sehen wie lange… später mehr….

Erfreulich für mich auf jeden Fall der persönliche Besuch einer meiner  Partner bei der kommenden Rallye Dakar. Marko Green, Geschäftsführer von Globofleet kommt auf eine Stippvisite vorbei, da er freitags einen Termin in der Globofleet  Niederlassung in Spanien hatte.  Dakarfeeling gibt es hier auf jeden Fall schon. Matsch, Modder, Dixi Klos und tolles racing!

Bis später

Eure Ellen
Raceblog / 24h von Fronteira in Portugal / #3
27.11.2010
Heute warm up bevor es losgeht. Leider…denn das heisst bereits um 6:00 Uhr raus aus den Federn

Und das ist am Tag an dem man ein 24h Rennen bestreitet.  Mist, das wird dann wohl im Laufe der folgenden Stunden zu Schlafmangel  führen…Der Tag beginnt dann aber doch noch richtig gut. Chris und  ich fahren das Warm Up,  jeder zwei Runden. Für eine richtig gute Streckenkenntnis reicht das zwar nicht, aber für die Top Position in der Zeitenliste dennoch.

Gut, es waren nur 12 Teilnehmer gezeitet unterwegs, aber egal, es ist immer schön schnellste zu sein, egal wie, warum und weshalb.

Im Übrigen werde ich den Start fahren. Wow, freue ich mich drüber, auch wenn mir noch nicht richtig klar ist, wie so ein Rallyecross (nichts anderes ist es ja) Start unfallfrei über die Bühne geht. Aber grundsätzlich ist das natürlich prima, ich danke Bruno und dem Team für diese Ehre.

Nach meinem ersten turn, der ungefähr drei Stunden dauert gibt’s mehr Infos.

Bis dahin

Eure Ellen
Raceblog / 24h von Fronteira in Portugal / #2
26.11.2010

Training gleich Zeittraining

Heute morgen haben wir wegen der hervorragenden Verbindungen unseres Teams nochmal kurz die Möglichkeit erhalten eine Runde langsam über die Strecke zu fahren. Da mein Teamkollege Chris gestern Magentechnisch geschwächelt hat und unsere Nachtfahrt nicht mitgemacht hat, für ihn eine super Chance ebenfalls einen ersten Eindruck vom 17km Kurs zu bekommen.

Da es bei den 24h TT kein Training gibt, sondern nur direkt das Zeittraining, wichtige Meter. Das Zeittraining eröffnet dann auch Bruno Oliviera auf unserem Auto, schliesslich ist er Teambesitzer und Initiator, kennt Strecke und Auto  am besten. Das zeigt sich auch im Ergebnis, er stellt das ÁUto für Morgen auf den tollen 17. Startplatz. Unser Mazda ist bis auf wenige Änderungen fast serienmässig, das darf man in dem Zusammenhang nicht vergessen.

Ligia fährt als zweite und kommt nach einer Runde wieder rein. Getriebematsch. Kein dritter Gang mehr. Umso ärgerlicher, als dass das Getriebe für die 24h frisch überholt wurde. Um allerdings die geforderte Pflichtrunde hinzukriegen, fahren Chris und ich mit Untersetzung und einem irrsinnigen Topspeed von ca. 90km/h  eine Runde um auf jeden Fall qualifiziert zu sein.

An der Spitze gibt’s derweil einen Vorgeschmack au fs Rennen. Das geht nicht anders zu, als in einem 24h auf der Rundstrecke, der Kampf um die prestigeträchtige Pole Position ist gnadenlos. Da wird geheizt ohne Gnade fürs Material. Wir sind jedenfalls happy mit unserm Startplatz und denken, dass das eine optimale Ausgangsposition fürs Rennen ist. Vorausgesetzt, man „überlebt“ den Massenstart. Jawohl, richtig gelesen, wie auf der Rundstrecke gehen alle gleichzeitig ins Rennen. Und das bedeutet, viel Platz in den ersten drei Kurven und dann ein haariges Nadelöhr auf glitschigen Asphalt. Herzlichen Glückwunsch! Ich freu mich drauf!!

Morgen noch ein warmup und damit die Möglichkeit ein bisschen Streckenkenntnis im Renntempo zu erlangen.

Drückt die Däumchen

Eure Ellen

Raceblog / 24h von Fronteira in Portugal / #1
25.11.2010

Hallo zusammen,

ich berichte euch an diesem Wochenende von einem schönen, kleinen Rallyeabenteuer im Süden Europas, den 24h von Fronteira in Portugal. Erst vor ein paar Wochen habe ich die Einladung von Bruno Oliviera, einem Haudegen der portugiesischen Offroad Szene erhalten, mit seinem Team an den Start zu gehen. Netterweise konnte ich ihn überzeugen, auch meinen alten Rennkollegen Chris Vogler mit an Bord zu nehmen, so dass wir nun eine gemischte Mann(Frau)schaft aus Portugiesen und Deutschen-Frauen (ich und Ligia Albuquerque) und Männern-Offroadern und Rundstreckenprofis haben.

Ich denke mal, dass wir gut aufgestellt sind, denn bei einem 24h Offroadrennen  wird ja wie auf der Rundstrecke auch „immer im Kreis“ gefahren. Im Klartext einem rund 17km langen Rundkurs, der mit Vollgaspassagen, engen Kurven, Sprüngen und Wasserdurchfahrten alles zu bieten hat, was das Rallyeherz begehrt. Aber es gibt eben auch viele echte Überholmanöver, anders als bei einer Rallye und intensiver, da häufiger, als bei einer Offroadveranstaltung du auch deshalb freu ich mich auf s Rallye-Rennen.

Am Donnerstag war dann endlich Tag der Anreise. Wegen eines Generalstreiks in Portugal gingen mittwochs keine Flieger. Dehalb musste am Donnerstag  auch unsere Pressekonferenz in der Haupstadt Lissabon verlegt werden.  Ja richtig gelesen, Pressekonferenz, grosser Auftritt.  In Portugal sind die 24h TT ein ziemlich grosses Ereignis zum Abschluss der Offroad Saison.  Und so war sogar das portugiesische Fernsehen anwesend. Immerhin sind hier einige Grössen des Sports am Start, um am Ende des Jahres nochmal entspannt Gas zu geben. Carlos Souza, Miguel Barbosa, Pedro Lamy, die ganzen portugiesichen Renngrössen geben sich die Ehre…..und dann natürlich wir, Chris und ich als einzige deutsche Starter mitten im Spektakel.

Am Abend schaffen wir es nach der PK  gegen Abend nach Fronteira den Austragungsort. Das heisst: Streckenbesichtigung in der Nacht. Ich will es vorweg nehmen um zwei Uhr nachts waren wir schliesslich im Hotel….

Die Streke selbst ist der Hammer. Grossartiges Terrain. Das wird auf jeden Fall schwierig, durch viele fliessende Passagen aber auch sehr flott und spassig.  Erwartet werden übrigens richtig viele Zuschauer. Ein bisschen muss man sich das vorstellen, wie die 24h auf der Nürburgring Nordschleife. Schon donnerstags bauen die Fans ihre  Zelte auf. Es gibt drei Discos und im Fahrerlager  gastiert sogar ein Zirkus extra für die Rennfans!

Heute gibt’s von 13-19 Uhr das Zeittraining. Freies Training is nich….aber sowohl Olivier als auch Ligia sind hier extrem erfahren (für Ligia sind es die 11. 24h) insofern wird die Quali im Feld der  der 94 Starter definitiv kein Problem.

Viele Grüsse und bis später

Eure
Ellen

 
   
 
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